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  • Kritik: Diagnose: Leichenklau

    ochzeiten gibt's diesmal keine, dafür aber weit mehr als nur einen Todesfall. Denn in Hugh Grants neuestem Film ist Sterben ein alltäglicher Vorgang. Der sonst so sonnige Brite spielt in dem gar nicht sonnigen Thriller "Extrem" den Arzt Guy Luthan, der in der Notaufnahme eines Innenstadt-Krankenhauses nahezu täglich Totenscheine auszustellen hat. Doch einer der Patienten, der während Dr. Luthans Schicht sein Leben aushaucht, gibt dem Mediziner Rätsel auf: Der Obdachlose, der unter unerklärlichen Symptomen litt und kurz vor seiner Einlieferung ins Hospital einen entsetzlichen Schock erlitten haben muß, erzählt dem Arzt merkwürdig wirres Zeug.

    Der mysteriöse Fall läßt dem ernsthaften, korrekten Dr. Luthan keine Ruhe. Nächtelang zerbricht er sich den Kopf über die Ungereimtheiten dieser Krankengeschichte und beschließt dann, genauere Untersuchungen anzustellen. Als er den Autopsiebericht des Toten anfordert, erlebt er eine handfeste Überraschung: Die Leiche ist verschwunden - ebenso wie alle Unterlagen über den Verstorbenen. Gemeinsam mit der Krankenschwester Jodie (Sarah Jessica Parker) stellt er Nachforschungen an. Er entdeckt, daß dies nicht die erste Leiche ist, die in diesem Krankenhaus verlorenging. Und er muß feststellen, daß er mit seiner beharrlichen Neugier einigen Leuten bedrohlich nahegekommen ist: Unbekannte schieben ihm nämlich illegale Drogen unter und sorgen so dafür, daß er vom Dienst suspendiert wird. Das weckt allerdings nur Dr. Luthans Kampfgeist: Nach und nach deckt er eine monströse Verschwörung auf, in deren Zentrum der zwielichtige Star-Neurologe Dr. Myrick (Gene Hackman) zu stehen scheint.

    Michael Palmer, auf dessen Roman der Reißer beruht, zählt in den USA zu den bedeutendsten Bestseller-Autoren. Und das zu Recht. Denn obgleich seine Story frappant an den 70er-Jahre-Kinohit "Coma" erinnert, gelingt es ihm, "Extrem" mit allerlei Überraschungen und raffinierten Spannungssequenzen zu spicken. Und Regie-Altmeister Michael Apted ("Nell") schafft es über weite Strecken, diese effektvoll makabren Ideen auch auf die Leinwand herüberzuretten. Mit finsteren Bildern, wabernd dröhnender Musik und originellen Kamerawinkeln verleiht er dem Film zudem eine bemerkenswert klaustrophobische Grundstimmung. Die Figuren bleiben dagegen recht blaß und klischeehaft, woran auch der souverän spielende Hugh Grant) nichts ändern kann. Aber braucht Gänsehaut denn immer psychologische Tiefe?

    Copyright: TV TODAY, 1996

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