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  • Kritik: DeVitos schwarze Nachbarschaftskomödie

    Mordfantasien. mehr oder minder ernst gemeinte - hatte wahrscheinlich jeder schon einmal. Doch Ben Stiller und Drew Barrymore sind in der schwarzen Komödie «Der Appartement-Schreck» blutrünstige Gelüste nicht genug: Als ihre alte, aber rüstige Nachbarin ihnen das Leben immer mehr zur Hölle macht, beschließen sie, einen Profi-Killer zu engagieren.

    Für Comedy-Star Danny DeVito, der bei dem Streifen Regie führte, sind Mordabsichten ein zentrales Thema - schon vor 15 Jahren im «Rosenkrieg» mit Michael Douglas und Kathleen Turner.

    Barrymore und Stiller spielen das junge Ehepaar Nancy und Alex. Sie ist Grafikerin, er ein Schriftsteller, der gerade sein zweites Buch abschließen muss. Auf der Suche nach einem perfekten Zuhause treffen sie auf ein wunderschönes, riesiges Appartement in Brooklyn. Einziger Nachteil: In der zweiten Etage wohnt noch eine alte Frau namens Mrs. Connelly, die man nicht auf die Straße setzen darf. Bei der Besichtigung hustet sie sich die Seele aus dem Leib. Wie schlimm kann es mit einer netten alten Dame schon werden, denken sich die beiden und schlagen ein.

    Das erwartete Paradies wird zur Falle

    Das erwartete Paradies wird jedoch zur Falle: Der Fernseher von Mrs. Connelly ist jede Nacht so laut, dass niemand ein Auge zukriegt, tagsüber beschäftigt sie Alex, der dringend sein Buch abgeben muss, mit immer neuen und lästigen Bitten oder probt mit anderen alten Damen mit einem Blasorchester. Nach nur wenigen Wochen hat sie das Leben der beiden so tiefgreifend zerstört, dass das Paar nur noch einen Ausweg sieht: die Alte muss weg. So leicht ist eine raubeinige irische Seemannswitwe jedoch nicht unter die Erde zu kriegen. Die fruchtlosen Anschläge erinnern gelegentlich an den Klassiker «Ladykillers», in dem eine Ganovenbande bei Versuchen, eine ältere Dame aus dem Weg zu räumen, nach und nach sich selber vernichtet.

    Die Story ist doppelbödig

    Die Story ist allerdings doppelbödig: Das junge Paar zählt nämlich auch nicht gerade zu den Unschuldsengeln. Nancy und Alex wirken mitunter gierig, zynisch und herzlos. Und das überraschende Finale setzt die ganze Geschichte in ein neues Licht.

    Idee basiert angeblich auf wahrer Geschichte

    Die Idee für den Film basiert angeblich auf einer wahren Geschichte: 1965 willigte ein 47-jähriger Anwalt in Frankreich ein, einer 90-Jährigen Frau bis zu ihrem Tod jeden Monat Miete für ihre schöne Wohnung zu zahlen - in der nicht unberechtigten Hoffnung, das Appartement bald erben zu können. Der Plan schlug gründlich fehl. Die Frau wurde 122 Jahre alt und überlebte den glücklosen Anwalt sogar um zwei Jahre. Drehbuchautor Larry Doyle teilte sich nach eigenem Bekunden selber auch einmal eine zweistöckige Wohnung mit einem Untermieter.

    «Es ist eine brutale, brutale Welt»

    In den USA wurde «Der Appartement-Schreck» - oder «Duplex», wie der Film im Original heißt - kein Hit. Trotz der bekannten Namen kam nur knapp ein Viertel der Produktionskosten von 40 Millionen Dollar zusammen. Immerhin etwas mehr als bei DeVitos Kassenflop ein Jahr zuvor, der 55 Millionen teuren Mediensatire «Tötet Smoochy». Doch DeVito, der als Produzent von Erfolgsfilmen wie «Pulp Fiction» oder «Erin Brokovich» fest zu den Größten in Hollywood zählt, kann sich solche katastrophalen Ergebnisse immer noch leisten und ungestört seinem Faible für Mordgelüste nachgehen. «Es ist eine brutale, brutale Welt», erklärte er seine Begeisterung für schwarzen Humor einmal in einem Interview.

    dpa

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