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  • Kritik: Deutsche Komödie und Liebesgeschichte

    Bob, ein junger Draufgänger mit sonnigem Gemüt, steht kurz davor, in gehobene Kreise einzuheiraten. Da begegnet er der emanzipierten Barbara.

    Die ist berufstätig, hat drei Kinder und will von Männern nie wieder enttäuscht werden. Bob nistet sich in Barbaras Wohnung ein, um seinen zahlreichen Problemen zu entkommen: Da ist nicht nur diese Hochzeit, die ihn zunehmend nervt, auch zwei rabiate Türken sind ihm auf den Fersen, um eine entehrte Schwester zu rächen. Bob und Barbara verlieben sich trotz aller Widrigkeiten.

    Die deutsche Komödie "Alles Bob" von Otto Alexander Jahrreiss kommt am 24. Juni in die Kinos. Wer sich bei der Ankündigung einer deutschen Komödie schon gegen ein neuerliches staubtrockenes Erlebnis wappnet, kann diesmal aufatmen: Eine bis in die Einzelheiten glaubwürdige Alltagsgeschichte mit haufenweise komischen Situationen und Dialogwitz erwartet ihn. Da ist zum Beispiel die Szene, in der Barbara (Martina Gedeck) ihr neues Lotterleben vor den strengen Kindern verbergen will. Oder wie Bob (Gregor Törzs) Haschisch in den Kuchen krümelt und ihm die enthemmten Sympathien von Essern aller Altersstufen zufliegen.

    Und da ist dieser unbeschreiblich schräge Typ Theo (Tonio Arango), ein Freund von Bob: Ob er nun Bob die letzten moralischen Skrupel ausredet oder am eigenen Ohrenschmalz Geschmack findet, der ungepflegte Tankstellenarbeiter ist schockierend anzusehen, schockierend anzuhören. Und gerade deswegen sympathisch. Die radebrechenden türkischen Brüder (Hasan Ali Mete und Dieter Landuris), die ihre kriminelle Energie meistens zu anatolischer Hintergrundmusik entfalten, sind keine politisch korrekten Figuren. Aber solche Klischeetypen existieren vermutlich im Großstadtdschungel, und vor allem in den Köpfen braver Einheimischer.

    Martina Gedeck spielt die in Sachzwängen verstrickte, um Eigenständigkeit bemühte Barbara überzeugend. Schade nur, daß ihr die Rolle etwas viel an Ängsten und an Korrektheit aufbürdet. Gregor Törzs empfiehlt sich mit ungekünsteltem Mienenspiel für weitere Hauptrollen. Regisseur Otto Alexander Jahrreiss schrieb zusammen mit Markus Hoffmann auch das pointenreiche Drehbuch.

    Vorsicht allerdings für Nachahmer: Der Witz mit dem Hasch im Rührkuchen ist jetzt nicht mehr neu. Und eine dieser halsbrecherischen Autofahrten in Actionfilm-Manier, wie sie auch Barbara zugemutet wird, möchte man eigentlich nicht mehr sehen. Aber wie Bob das Jawort sagen soll und ihm angesichts des Ernstes im Leben schlecht wird, wie er halluziniert und den Pfarrer die Frage wiederholen läßt, das hat schon Kultcharakter. Man kann Gregor Törzs nur zustimmen, wenn er meint: "Der Zuschauer wird in keiner Sekunde des Films mit einer falschen Emotion betrogen."

    Bianka Piringer, AP

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