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  • Kritik: Detlev Bucks "Männerpension":

    Hamburg (dpa). Im Männer-Knast sind die Frauen los. Die Damen sollen die rauhen Insassen kennenlernen, sie im Hafturlaub aufnehmen und zähmen, plant Gefängnisdirektor Fazetti (Leander Haußmann). Sieben Frauen haben sich nach einem Aufruf in der Presse bereitgefunden, in den Käfig voller johlender "Knackis" zu steigen. "Das ist Kino, das ballert", sagt Detlev Buck. "Männerpension" startet am 1. Februar in den Kinos.

    Der 33jährige Kultregisseur und Spezialist für abgedrehte Possen aus der deutschen Provinz ("Karniggels", "Wir können auch anders") hat diesmal mächtig zugelangt: "Ich bin nicht der ewige Talentsucher, bin ich denn beknackt?", sagt Buck in einem dpa-Gespräch. Mit Til Schweiger ("Der bewegte Mann"), Heike Makatsch (Viva), Frank Castorf, Christof Wackernagel und Leander Haußmann hat er für sein neues Werk "Männerpension" eine Starbesetzung verpflichtet.

    Auch den Experten für Szenen aus Ackerbau und Viehzucht will der Bauernsohn Buck nicht mehr mimen. Seine "Männerpension" ist ein Gefängnis und das liegt in der Stadt. Das Drehbuch stammt von Eckhard Theophil, der zehn Jahre in Haft saß, dort das Abitur nachholte und schließlich Sozialarbeiter wurde. Als Drehort diente ein ausgemustertes Berliner Stasi-Gefängnis.

    So ganz hat sich der Newcomer des deutschen Films von altem Können und eigener Vergangenheit allerdings nicht freimachen können. Schließlich hat doch eine Landwirtschaftslehre absolviert und auch sonst viel Zeit bei Kühen und Schweinen verbracht. Deswegen tauchen auch hin und wieder jene Gestalten auf, für die der Name Buck steht: skurriles Landvolk am Rande des Wahnsinns. Gemächlich reiten sie schweigend auf Kühen vorbei, oder sie spielen ihre unglaublich charmante Naivität aus, wie etwa der Regisseur persönlich alias Hammer-Gerd.

    "Es ist eine Komödie über zwei Blödmänner, die zwei unheimlich starke Frauen treffen und die Liebe entdecken", erzählt Til Schweiger. Er spielt Steinbock, den Zellengenossen von Hammer-Gerd. Beide wollen nicht resozialisiert werden, sie wollen Sex. Aber als sie endlich für wenige Tage die Freiheit genießen können, kommt alles ganz anders.

    Hammer-Gerd versucht, seine lispelnde Geliebte (Heike Makatsch) als Sängerin auf die Bühne zu bringen. Derweil stößt Macho Steinbock bei der Annäherung an seine Emilia, gespielt von der beeindruckenden Marie Bäumer, auf Granit. Die harten Männer werden von den Frauen betört, um den Finger gewickelt und sitzen am Ende der rasanten Komödie mit gebrochenen Herzen wieder in ihrer Zelle.

    "Ich bin ein kleiner Romantiker", gibt Buck zu, aber das ist nur die halbe Wahrheit. Sein komödiantisches Talent wiegt mindestens genauso schwer: "Männerpension" habe eine "120er Lachfrequenz", "die kleinen Juxe nicht mitgezählt".

    Von Frank Christiansen, dpa

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