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  • Kritik: Der Urahn aller Klassenclowns

    Mit Zeichentrickfilmen wie "Die furchtlosen Vier" und "Hilfe! ich bin ein Fisch" hat der Münchner Produzent und Regisseur Eberhard Junkersdorf respektable Kinoerfolge erzielt.

    Nun hat er die spätmittelalterliche Schelmenfigur Till Eulenspiegel aufgegriffen und sie in einen bunten Abenteuerreigen geschickt, der jedoch allzu offenkundig auf den Weltmarkt schielt und reichlich glattgebügelt daherkommt.

    Till Eulenspiegel trifft während eines großen Fests in Boomstadt ein, um seinen Großvater Marcus zu besuchen. Doch der schrullige Zauberer ist spurlos verschwunden. Till versucht mit Hilfe der Eule Cornelius, der Assistentin von Marcus, und einem magischen Spiegel, den Großvater zu finden. Drei Aufgaben gibt ihm dazu der Spiegel. Doch statt diese zu lösen, stellt der Spaßvogel die Stadt auf den Kopf.

    Spaßvogel stellt die Stadt auf den Kopf

    Bei Hofe spinnt derweil die machthungrige Adlige Katharina eine Intrige, um König Rupert zu entmachten und selbst die Macht zu übernehmen. Während Rupert nichts von ihren bösen Plänen ahnt, beginnt Till endlich mit der Lösung der Aufgaben. Dabei gewinnt er die hübsche, aber sehr stolze Bürgermeistertochter Nele als Gefährtin, muss gegen eine Armee von Skeletten kämpfen und schließt Freundschaft mit König Rupert. Doch dann lässt Katharina Till und Rupert in den Kerker werfen...

    15 Millionen Euro - teuerster deutsche Animationsfilm

    15 Millionen Euro hat der Film gekostet, an dem 500 kreative Kräfte gearbeitet haben. Damit ist "Till Eulenspiegel" nach Angaben der Produktionsgesellschaft Munich Animation der teuerste deutsche Animationsfilm aller Zeiten. Um diese Kosten wieder einzuspielen, hat sich Junkersdorf so konsequent wie schon bei der stromlinienförmigen Adaption der "Bremer Stadtmusikanten" für "Die furchtlosen Vier" an den vermeintlichen Bedürfnissen des Weltmarkts orientiert.

    Sehr amerikanischer Look

    Von den überlieferten Episoden um die deutsche Sagenfigur Till Eulenspiegel aus dem Raum Braunschweig ist im Film kaum noch etwas zu finden, dafür wirken Look, Konflikte und das Figurenarsenal samt netten Nebenfiguren sehr amerikanisch. Dass vor allem die Hauptfiguren so sehr an Disney Co erinnern, ist ebenfalls kein Zufall: Die Entwürfe dazu lieferte Carlos Grangel, der an dem US-Animationsfilm "Der Prinz von Ägypten" beteiligt war.

    Prominente Stimmen im glatten Zeichentrickfilm

    Sicher, die Riege der prominenten deutschen Stimmen von Veronica Ferres bis Mario Adorf wartet mit so manchem Dialogwitz auf. Und auch die aufsässige Nele und Tills anarchischer Einfallsreichtum sorgen für manche Lacher. Aber insgesamt hält sich der Spaß angesichts der allzu simplen Konfliktkonstruktionen des Drehbuchs und einiger visuellen Schwächen doch in Grenzen. Bei einem solchen Budget hätte man zumindest eine bessere Abstimmung der einzelnen Zeichnergruppen erwarten dürfen, von einem originelleren Zuschnitt des vielversprechenden Stoffs ganz zu schweigen.

    Reinhard Kleber, ddp

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