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  • Kritik: Der Schwächling und der starke Mann:

    Frankfurt/M (AP) Perrin ist ein charmanter Blender, leichtlebig, erfolgreich bei den Frauen und immer knapp bei Kasse. Campana ist ein wortkarger Völkerkundler, der im brasilianischen Regenwald aufgewachsen ist. Er begleitet den Indianerhäuptling Wanu nach Paris, wo dieser im Aufzug eines Luxushotels ausgerechnet in dem windigen Perrin den Auserwählten wähnt, der seine gestohlene Seele am Amazonas retten muß. Da dem Hochstapler gerade die Gläubiger gefährlich auf die Pelle rücken, macht er sich gemeinsam mit Campana auf die Reise.

    Mit dem Abenteuerfilm "Der Jaguar" ist Francis Veber nach fast zehn nicht besonders erfolgreichen Jahren in Hollywood wieder nach Frankreich zurückgekehrt. Und wie in seinen früheren Erfolgen "Zwei irre Spaßvögel" mit Pierre Richard und Gerard Depardieu oder "Die Filzlaus" (Buch) mit Lino Ventura und Jacques Brel läßt er zwei vollkommen unterschiedliche Charaktere aufeinandertreffen. "Einer gilt als der starke Mann, der andere als Schwächling. Diese Konfrontation ist die Triebkraft, der Schlüssel zur Welt von Francis Veber", sagt Jean Reno, dem die Rolle des Campana wie auf den Leib geschnitten scheint.

    Neben dem Kultschauspieler, der seine erste Schritte in Hollywood erfolgreich absolviert hat ("Mission: Impossible"), spielt Frankreichs Mädchenschwarm Patrick Bruel den charmanten Taugenichts. Selbstredend wird dieser durch die Begegnung mit den edlen Wilden geläutert und entschließt sich am Ende gar, mit einer hübschen Halbindianerin im Arm der bösen oberflächlichen Zivilisation ganz zu entsagen.

    Für diese Geschichte braucht der Film recht kurzweilige 100 Minuten, in denen natürlich auch noch ein grausamer Schurke, der den Regenwald ausbeutet, besiegt werden muß. Als hilfreich erweist sich dabei, daß Perrin in den brenzligen Momenten in Trance verfällt und von dem in Paris vor sich hinsiechenden Wanu mit den übernatürlichen Kräften eines Jaguars ausgestattet wird.

    Die Idee zu dem Film kam Veber, als vor einigen Jahren der Indianerhäuptling Ranu gemeinsam mit dem Popmusiker Sting durch Europa reiste, um auf die Bedrohung seine Heimat aufmerksam zu machen.

    Das neue Werk des "Filmhandwerkers" Veber - wie er sich selbst nennt - ist mit herrlichen Landschaftsaufnahmen garniert und einem opulenten Soundtrack von Altmeister Vladimir Cosma unterlegt. Leider fehlt dem "Jaguar" auf weiten Strecken das Tempo und die Selbstironie eines "Indiana Jones", hat der Regisseur doch keine Distanz zu seinem Werk: "Wenn ich das Ende von 'Jaguar' sehe, dann bin ich jedesmal wieder sehr gerührt", sagt Veber.

    Gut amüsiert jedenfalls hat der Film die Franzosen. "Der Jaguar" wurde nicht zuletzt der ungemein populären Darsteller wegen mit zwei Millionen Zuschauern zu einem großen kommerziellen Erfolg, der aber in Deutschland nicht annähernd zu wiederholen sein dürfte.

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    Bettina Tollkamp

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