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  • Kritik: Der Regenmacher

    John Grisham ist in Hollywood ein gefragter Mann, wenn es um schwierige Fälle geht. Der ehemalige Rechtsanwalt produziert seit zehn Jahren Justiz-Bestseller am Fließband. Fünf davon wurden bereits zu Filmen verarbeitet. Die sechste Adaption legt nun Altmeister Francis Ford Coppola ("Der Pate") vor. Und weil Grishams Name für Erfolg steht, hat Coppola seinen Film nicht einfach "Der Regenmacher" genannt, sondern "John Grisham's Regenmacher".

    Die Bekanntheit des Autors von "Die Firma" oder "Der Klient" habe ihm gewisse Freiheiten bei der Produktion gegeben, sage Coppola in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Und natürlich hofft der 58jährige auch auf den Zuspruch der Grisham-Fangemeinde. Mit den Einnahmen aus "Der Regenmacher" will Coppola ein lang gehegtes Filmprojekt verwirklichen, eine Art Utopie als Gegengewicht zu Gier und Ruhmsucht.

    Gier und Ruhmsucht spielen auch im "Regenmacher" eine wichtige Rolle. Der Jurastudent Rudy Baylor (Jungstar Matt Damon aus "Good Will Hunting") träumt davon, ein berühmter Anwalt zu werden, für den die Dollarscheine nur so vom Gerichtshimmel segeln. Gleichzeitig ist Rudy aber auch Idealist und will Menschen helfen. Seine erste Stelle findet er in der dubiosen Kanzelei von Bruiser Stone. Dort lernt er, wie man sich in der Notaufnahme des Krankenhauses Klienten für lukrative Schadensersatzprozesse beschafft.

    Weil Rudis Herz größer ist als sein Geschäftssinn, nimmt er sich gleich mehrerer verlorener Fälle an, für die er sich auch privat engagiert. Einer mißhandelten Ehefrau wird er mehr als nur ein guter Freund, und für den leukämiekranken Donny zieht er gegen eine Versicherungsgesellschaft vor Gericht, da diese sich weigert, eine Knochenmarktransplantation zu bezahlen. Im Kampf gegen den mächtigen Goliath lernt der unerfahrene Rudy, daß man, auch wenn man für das Gute kämpft, böse Tricks anwenden muß.

    Daß man Kompromisse schließen muß, um in Hollywood zu überleben, weiß Coppola nach seinen 35 Berufsjahren als Regisseur. Immer wieder hat er für die Studios gearbeitet, um seine künstlerisch ambitionierten Projekte finanzieren zu können. So übernahm er 1971 aus Geldnöten die Regie von "Der Pate", dem zwei Fortsetzungen folgten. Die Trilogie wurde neben seinen Vietnam-Epos "Apocalypse Now" (1979) Coppolas berühmtestes Werk. Den "Regenmacher", betont Coppola, habe er nicht nur nur aus kommerziellen Gründen gewählt: "Ich hatte das sichere Gefühl, daß ich daraus einen Film machen könnte, den ich nicht hassen muß."

    Dieser Minimalanforderung genügt "Der Regenmacher", auch wenn er ein bißchen zu viel Grisham und zu wenig Coppola bietet. Es ist ein spannender, handwerklich meisterlicher Film, hochkarätig besetzt - neben Matt Damon agieren Claire Danes ("Romeo und Julia"), Mickey Rourke als korrupter Anwalt Bruiser Stone und Danny DeVito als Rudys Kollege.

    Camille Brion, dpa

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