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  • Kritik: Der kühnste Coup der Cyberwelt

    Spektakuläre Bombenexplosion und Stuntszene mit fliegendem Bus

    Vor dem 11. September hätte der Film neue Maßstäbe setzen können - mit der aufwendigsten Explosionsszene, dem kühnsten Coup der Cyberwelt und dem ersten fliegende Bus der Filmgeschichte. Aber nicht nur das Flammeninferno, sondern auch die Motive Terrorismus und Internet-Kriminalität werden die realen Fernsehbilder des Grauens bei den Kinogängern in Erinnerung rufen.

    Mit der Realität zu verwechseln ist der Actionfilm allerdings kaum. Es geht um einen 9,5-Milliarden-Dollar-Bankraub. Unter dem Codewort "Swordfish" verbirgt sich in geheimen Bereichen des Internets eine Kontenverwaltung mit 9,5 Milliarden Dollar - Regierungsgelder, die Scheinfirmen beim Drogenhandel erwirtschafteten und vermehrten. Darauf hat es Gabriel Shear (John Travolta) abgesehen, ein Gangster der Marke "obercool" mit coolen Muskelmännern und leicht bekleideten Mädchen im Schlepptau.

    Mit Hilfe seiner Partnerin Ginger (Halle Berry) hat er einen der besten Hacker der Welt für seinen Coup gewonnen. Stanley Jobson (Hugh Jackman) hat zwei Jahre im Gefängnis gesessen, weil er das FBI-Programm geknackt hatte. Seit er draußen ist, wird er dauernd überwacht. Seine Exfrau hat ihm jeglichen Kontakt zur gemeinsamen Tochter gerichtlich verbieten lassen. Die kleine Holly aber bedeutet ihm alles, und für eine Zukunft mit ihr nimmt er das Zehn-Millionen-Dollar-Angebot des undurchsichtigen Gangsters an.

    Gabriel Shear zieht die Fäden in dem Spiel, bei dem lange nicht klar wird, was die ganze Bande eigentlich vorhat. Zwischen den Komplizen herrschen Berechnung, Misstrauen und Beziehungslosigkeit. Benutzen und Benutzt-Werden ist das Motto.

    Weit wichtiger als die Geschichte aber nimmt der Film die Inszenierung von Schau- und Knalleffekten: Die schöne Ginger wird demonstrativ sexy und unmotiviert nackt in Szene gesetzt, Stanley zelebriert seine Hackerei am Computer wie eine Pop-Performance, und Gabriel Shear feuert unverwundbar und obercool wie James Bond aus seinem britischen Sportcabrio mit einer "Zimmerflak" auf die Autos schwerbewaffneter FBI-Agenten und hinterlässt ein Crash-Chaos auf den Straßen in Los Angeles.

    Die spektakulärsten Szenen hat Musikvideo-Regisseur Dominic Sena an den Anfang und den Schluss gesetzt. Bei der Geiselnahme in der von schwerbewaffneten Polizisten umstellten Bank explodiert eine Bombe und verwandelt die Straße in ein Schlachtfeld. 135 Kameras filmten diese Zerstörungsorgie. Die Gangster fliehen mit ihren in Sprengstoff-Westen gefangenen Geiseln in einem Bus. Sie haben angesichts des Aufgebots von Spezialeinheiten der Polizei keine Chance. Doch plötzlich hängt der ganze Bus am Haken eines Hubschraubers.

    So sehr sich der düstere Thrillers auch um Superlative "im Stil des neuen Jahrtausends" bemüht, so wenig hat sich an den Action-Mustern alter Zeiten geändert. Abermals triumphiert der Mythos vom kämpferischen Einzelgänger, den eine Vision von Freiheit antreibt. Dieses Motiv ist in "Passwort: Swordfish" jedoch das Unglaubwürdigste, weil es einfach nicht passen kann zur Emotionslosigkeit und zum Zynismus des machtbesessenen Machos mit psychopathischen Zügen.

    Inge Treichel, AP

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