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    Kritik: Der ganz normale Beziehungswahnsinn

    Zwei Liebende bereiten einander die Hölle auf Erden - und dem Zuschauer ein Vergnügen. Denn mit seiner schwarzen Komödie "Liebe? Lieber nicht!" treibt Regisseur und Drehbuchautor Jeff Franklin Vorurteile über das andere Geschlecht und Beziehungsängste auf die Spitze.

    Als sich Chelsea (Bridgette Wilson, "Ich weiß, was Du letzten Sommer getan hast") und Seth ("French Stewart") begegnen, ist beiden sofort klar: Die Suche ist zu Ende.

    Der Traummann hat zwar den klitzekleinen Fehler, dass er gegen Chelseas geliebte Katze Gracie allergisch ist - aber es gibt ja Medikamente, die für Abhilfe sorgen. Seth seinerseits verdrängt schnell wieder, dass schon beim ersten Rendezvous in der Wohnung seiner Traumfrau auffällig viele Hochzeitszeitschriften herumliegen. Und dass sie so schnell bei ihm einzieht, hat ja schließlich auch viele gute Seiten. Weil Chelsea so sexy und intelligent ist, lässt sich Seth auch nicht davon irritieren, dass sie aus dem Gäste- ein Kinderzimmer gemacht hat.

    Die kleine Diskussion weshalb er die drei magischen Worte nicht über die Lippen bringt, ist bald wieder vergessen. Auch wenn er nicht von selbst "Ich liebe dich" sagt, scheint alles perfekt - Chelsea sorgt nicht nur für Heimeligkeit, sondern auch für aufregende Überraschungen, die Seth den Feierabend versüßen.

    Am Valentinstag aber kommt es zum großen Knall . Chelsea hat inzwischen so viele kostbare Monate ihres Lebens in Seth und die Beziehung investiert, dass sie wohl endlich einen Verlobungsring erwarten kann. Oder gehört er zu den Männern, die nur ihr Vergnügen wollen? Das muss Seth büßen - und revanchiert sich mindestens ebenso garstig bei Chelsea.

    Der "Rosenkrieg" der zuvor lieben Liebenden kennt keine Tabus: Enthaarungscreme in der Schampoo-Flasche und Katzen-Kidnapping sind die noch eher harmlosen Geschütze. Chelsea zerrt Seth vor den Kadi: Die Innenarchitektin verklagt den reichen Sitcom-Autoren, weil sie seinetwegen ihre Karriere aufgab - ein paar hunderttausend Dollar stehen auf dem Spiel.

    Es gibt einiges zu Lachen, und trotzdem funktioniert die unromantische Komödie in vielen Fällen nicht. Seth, der Held der Geschichte, ist zu langweilig, um dem Zuschauer am Herzen zu liegen. Die eigentlich böse Chelsea dagegen ist nicht nur wegen ihrer körperlichen Attribute anziehend, sondern glänzt mit ihrer kreativen Energie - von ihrem Motto "Ich schlafe nicht mit einem Mann, bevor wir nicht mindestens drei Mahlzeiten zusammen eingenommen haben" bis hin zur Elvis-Imitation. Neben der attraktiven Bridgette Wilson ist Top-Model Tyra Banks als dekoratives Beiwerk in einer Nebenrolle zu sehen.

    Silke Weiss, dpa

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