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  • Kritik: Der erste Ritter

    Hamburg (dpa). Nachdem in den letzten zwei Jahren das Genre Western seine Wiederbelebung erfuhr, stehen nun Hollywoods Regisseure bereit, den Ritterfilm neu zu entdecken. Im Oktober wird mit "Braveheart" eine eher rauhe Variante um den schottischen Freiheitskämpfer William Wallace erscheinen, ein Film, in dem Mel Gibson nicht nur die Titelrolle spielt, sondern auch selbst Regie führt. Bereits am Donnerstag (7.9.) kommt Jerry Zuckers neuer Film "Der erste Ritter" in die Kinos. Er setzt die Tradition der Ritterfilme als große Ausstattungs- und Kostümorgien im besten Sinne fort: Vor ausladender Kulisse und mit großer Besetzung, Sean Connery, Richard Gere und Julia Ormond, hat Zucker die Legende um König Artus und die Ritter seiner Tafelrunde neu interpretiert.

    Um historische Feinheiten ging es Zucker dabei nicht. Vielmehr wollte er die immer wieder hinreißende Geschichte einer Frau, die zwischen zwei Männern steht, neu erzählen. Hollywoods neue Kinohoffung Julia Ormond spielt Lady Guinevere, die König Arthur (Sean Connery) als Braut versprochen ist. Nicht allein die Liebe, auch nüchterne Fakten spielen bei dieser Entscheidung eine Rolle. Guinevere Lands wird von dem üblen Raubritter Malagant (Ben Cross) bedroht. Nur wenn sich die Lady mit Arthur verbündet, kann sie Malagants Überfällen etwas entgegensetzen.

    Zwischen der Verpflichtung, ihrem Land zu dienen und ihrer wahren Liebe, wird die angehende Königin hin- und hergerissen. Denn schon lange liebt sie heimlich Lancelot (Richard Gere), der ihr einst das Leben rettete. Sorgsam zwischen Rührung und Kitsch wandelnd, erzählt Zucker davon, wie die beiden ihre Gefühle füreinander entdecken. Und natürlich wird dafür nicht auf spannende Schlachtszenen und opulente Panorama-Aufnahmen verzichtet.

    Auch wenn die Handlung selbst wenig Überraschungen birgt, ist es Zucker trotzdem gelungen, ein ambitioniertes Abenteuermärchen zu erzählen. Mit großer Geste und einem guten Blick für die Kleinigkeiten des Alltags hat er eine runde Geschichte entworfen, in der die sorgfältig ausgesuchten Kostüme ein Grund mit sind, sich der Bilder zu erfreuen. König Arthur ist der Prototyp des gütigen und weisen Herrschers, den Sean Connery bravourös verkörpert, Richard Gere als Hitzkopf und Julia Ormond als schöne und mutige Lady sind als Charaktere so spannend, daß man dem Verlauf des Films trotz allem mit ganzem Herzen folgt. Zucker hat recht, es gibt in den 90er Jahren genug Gründe, wieder Ritterfilme zu drehen. Daß Lancelot und seine Lady zusammenfinden, versteht sich von selbst.

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