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  • Kritik: Der Director's Cut von "Das Boot"

    Hamburg (dpa) - Es gibt ihn von Wim Wenders' "Bis ans Ende der Welt" genauso wie von Luc Bessons "Leon" oder Filmen wie "Blade Runner" und "Highlander": den sogenannten Director's Cut, bei dem oft Jahre nach dem ersten Kinostart der Regisseur noch einmal seine ganz persönliche Fassung aus dem Originaldrehmaterial zusammenschneidet.

    Auch Wolfgang Petersen konnte der Versuchung nicht widerstehen, den Streifen, der ihn berühmt gemacht hat, 16 Jahre nach der Premiere an den Schneidetisch zurückzuholen: Mit "Das Boot - Director's Cut" kommt jetzt einer der international erfolgreichsten deutschen Filme in einer dreieinhalbstündigen Fassung zurück.

    Petersen schickt das Publikum erneut auf die spannende Höllenfahrt eines klaustrophobisch engen U-Boots im Zweiten Weltkrieg. Wieder geraten die Stars Jürgen Prochnow, Herbert Grönemeyer, Uwe Ochsenknecht und Martin Semmelrogge in höchste Gefahr. Dank eines neuen, schnelleren Schnitts und erheblich verbesserter Tonqualität zittert der Zuschauer noch heftiger mit als je zuvor.

    Hinter dem Wunsch, die unzähligen Szenen und Einstellungen eines Films neu zu kombinieren, steht meist die Überzeugung des Regisseurs, mit der ersten Kinofassung noch nicht das Maximum aus dem Material herausgeholt zu haben. "Ich dachte immer, es müsse phantastisch sein, irgendwann einmal meine eigene Idealversion des Films zu schneiden", erklärt der Ostfriese Petersen, der nach US-Hits wie "In The Line Of Fire" und jetzt "Air Force One" zu den erfolgreichsten Regisseuren Hollywoods gehört. "Es ging mir darum, wie man die Geschichte am besten erzählen kann - gerade, wenn man sich nicht so sehr auf kommerzielle Überlegungen konzentrieren muß."

    Nicht immer ist es der Regisseur, der in der Filmbranche das letzte Wort hat. Gerade in Hollywood liegt das Weisungsrecht für den "final cut", die endgültige Schnittfassung, meist beim Produzenten. Was der Zuschauer am Ende zu sehen bekommt, ist deshalb auch von den Interessen der Geldgeber bestimmt.

    Bei seiner Arbeit konnte Petersen auf über 300.000 Meter Drehmaterial zurückgreifen. Neben Aufnahmen, die auch in der sechstündigen Fernsehfassung nicht zu sehen waren, ist es auch beim "Boot" vor allem der neugemischte Ton, der den "Director's Cut" von der ersten Kinoversion unterscheidet. Denn die Möglichkeiten der Tongestaltung sind mit der Einführung der Digitaltechnik erheblich erweitert worden und haben zu merkbaren Verbesserungen geführt.

    "Dank dieser neuen Technologien kommt der Film jetzt noch näher an das schockierende Leben an Bord heran", sagt Petersen über den Effekt. "Den Eindruck von der speziellen Atmosphäre und des beklemmenden Gefühls an Bord eines engen U-Boots kann man mit Hilfe digitaler Tontechnik enorm intensivieren."

    Neben dem künstlerischen Anspruch gibt es natürlich auch einen naheliegenderen Grund für die Neubearbeitung eines erfolgreichen Films: Ein "Director's Cut" kostet nur ein Bruchteil des Geldes, das eine Neuproduktion verschlingen würde. Dabei stehen die Chancen, die Kassen auch im zweiten Anlauf wieder zu füllen, nicht schlecht. Mit neuem Sound und einer den veränderten Sehgewohnheiten angepaßten Schnittfolge wird eine neue Generation von Kinogängern angelockt.

    Von Peter Zöttl, dpa

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