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  • Kritik: Der amerikanische Traum einmal anders

    Sie leben den amerikanischen Traum: Nur wenige Tage nach ihrer Ankunft in den USA sind Emil und Oleg aus Osteuropa bereits Fernsehstars. In dem Film "15 Minuten Ruhm" des Regisseurs John Herzfeld geht es jedoch nicht um eine Hollywood-Erfolgsstory. Emil und Oleg sind vielmehr Gangster, die ihre brutalen Verbrechen filmen und die Aufnahmen ans Fernsehen verkaufen.

    Herzfeld greift damit ein Thema auf, das 1994 bereits Oliver Stone in dem umstrittenen Film "Natural Born Killers" verarbeitet hatte: Das Zusammenspiel von auf Einschaltquoten versessenen Medien und einem skrupellosen Verbrecher-Duo, das die Fernsehstationen an seinem blutigen Tun teilhaben lässt.

    In "15 Minuten Ruhm" wird das Reality-TV zur Anregung für die Gangster. Mit Staunen sehen sie einen Mörder, der unter fragwürdigen Umständen freigesprochen wurde und nun Interviews gibt. "In Amerika ist niemand verantwortlich für das, was er tut", folgert Emil. Die beiden planen, sich nach ihren Bluttaten für unzurechnungsfähig erklären zu lassen, um der Bestrafung zu entgehen.

    "Sicher gibt es Verbrecher, die sogar mit einem Mord davonkommen", sagt der Schauspieler Edward Burns, "aber der Film übertreibt natürlich." Für ihn war der Part eines Feuerwehrinspektors die erste Hauptrolle in einer großen Hollywood- Produktion. Zusammen mit Robert De Niro, der den Polizisten Eddie Flemming spielt, jagt Burns die mörderischen Hobbyfilmer.

    Flemming sieht vor allem die Chance, seinen eigenen Medienruhm als harter und erfolgreicher Cop zu mehren. Längst hat er mit dem Fernsehmann Hawkins (Kelsey Grammer) einen Deal: Flemming ruft an, bevor er jemanden verhaftet, und Hawkins, Moderator der Boulevard- Nachrichtensendung "15 Minutes", ist mit einem Kameramann dabei. Hawkins ist es auch, der den Mördern eine Million Dollar für ihr Material verspricht, nur der Feuerwehrinspektor verweigert sich den allgegenwärtigen Medien und wird dadurch zum einzigen positiven Helden des Films.

    Anders als "Natural Born Killers" ist "15 Minuten Ruhm" nicht in erster Linie ein medienkritischer Film. Die "Botschaft" wird stattdessen in einen klassischen Thriller gepackt. Angesichts grandioser Explosionen und rasanter Verfolgungsjagden gerät sie schließlich in den Hintergrund. Regisseur und Drehbuchautor Herzfeld wollte mit dem Film die wachsende Bedeutung von Ruhm und Berühmtheit in der amerikanischen Gesellschaft zeigen. "Man glaubt gar nicht, was Leute alles machen, um ins Rampenlicht zu kommen. Klatschnachrichten und tägliche Talkshows beweisen, dass die Medien auch alles zeigen, was Zuschauer einbringt", meint er.

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