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  • Kritik: Depardieu als "Schutzengel" im Kino

    Eine Millionen Franzosen können nicht irren - sollte man meinen. Soviele Zuschauer strömten nämlich am Startwochenende in die französischen Kinos, um Superstar Gerard Depardieu in seinem neuen Film "Schutzengel" zu sehen. Ein deutscher Hit wie das "Stadtgespräch" braucht für soviel Interesse einen ganzen Herbst. Doch was genau die Franzosen landauf, landab in den vergangenen Wochen in die Filmtheater zog, ist nicht immer nachvollziehbar.

    "Action, Spannung und viel Komik" verspricht der neue 31 Millionen Mark teure Streifen nach Angaben der Produzenten. Doch "Tristesse, Langeweile und schnöder Klamauk" kommen der cineastischen Wahrheit da wohl näher. In den deutschen Kinos sind die "Schutzengel" ab 9. Mai zu erleben.

    Depardieu spielt den lebenslustigen und egozentrischen Nachtclub-Besitzer Antoine Carco, der ein Leben voller Luxus führt, schnelle Autos, das große Geld und schöne Frauen liebt. Beim Versuch, den kleinen Sohn eines Freundes aus Hongkong nach Frankreich zu bringen, kommt Carco die chinesische Drogenmafia in die Quere.

    Die schwarzgekleideten, wild um sich schießenden Asiaten haben es weniger auf das Kind, als auf die 40 Millionen Dollar im Gepäck des Jungen abgesehen. Diese Summe hatte der Vater des Kleinen einst den Triaden - der gefürchteten Hongkong-Mafia - unterschlagen. Ein französischer Priester (Christian Clavier) soll schließlich das Geld für Carco in die Heimat bringen. Da der Gottesmann zunächst vom kostbaren Inhalt seines Gepäckstücks nichts ahnt, sind Verwechslungen vorprogrammiert.

    Carcos Lügengeschichte bricht wie erwartet schnell zusammen, der Priester ist empört und das ungleiche Duo rüstet sich gemeinsam zum Kampf gegen die auch in Frankreich offenbar stets gegenwärtige Chinesen-Mafia. Doch damit nicht genug: Zwei Schutzengel, die nur den beiden sichtbar sind, wollen Carco und den Priester auf die Wege von Tugend und Versuchung führen und machen den beiden das Leben zusätzlich schwer.

    Nächstenliebe hin, Nächstenliebe her - im blutigen, lauten und plump konstruierten Finale teilt auch der Priester kräftig aus. Kleinholz hier, Leichen da - und damit der Titel stimmt, spuken auch die Schutzengel noch durch die eine oder andere Szene. Das Ende nach 110 Minuten ist trotz der verwirrenden Geschichte um Verwechslungen, böse Chinesen, liebe Franzosen und eifersüchtige Nachtclub-Tänzerinnen nicht überraschend. Depardieu schlägt sich mehr recht als schlecht durch das Spektakel. Die inhaltlichen Lücken (Regie: Jean-Marie Poire) kann auch er nicht füllen.

    Von Martin Oversohl, dpa

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