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  • Kritik: Dennis Quaid kämpft gegen den Jugendwahn

    Bekannter Rat klassischer Komödiendichter: Je dramatischer die Geschichte, um so schärfer der Witz. Das Thema «Abschieben der Alten» birgt eine höllische Portion Dramatik. Dementsprechend heftig ist die Komik in «Reine Chefsache».

    Dennis Quaid spielt den leitenden Angestellten Dan, dem gleichsam über Nacht ein Jüngerer vor die Nase gesetzt wird. Wie soll er das verkraften, wie die Demütigung überstehen? Nicht genug damit, verliebt sich der schnöselige Carter (Topher Grace) auch noch in Dans Tochter Alex (Scarlett Johansson). Es sieht ganz so aus, als gerate der bisher so erfolgreiche 50er Dan beruflich und privat ins Abseits. Doch «der Mann in den besten Jahren» gibt nicht auf.

    Mit Dennis Quaid fand Regisseur Paul Weitz den idealen Hauptdarsteller mit Charisma, Selbstironie und Charakterstärke. Dazu brachte der sympathische Schauspieler, der in den 90er Jahren kaum lohnenswerte Aufgaben erhielt, eigene Lebenserfahrung ins pointierte Spiel mit ein: «Ich bin froh, überhaupt noch im Geschäft zu sein», sagte er dazu während der diesjährigen Internationalen Filmfestspiele Berlin. Und er ergänzte: «Ein paar Fehler und kein Twen mehr, da ist man ganz schnell draußen.» Dennis Quaid meint allerdings: «In der Filmindustrie ist das vielleicht nicht immer so schrecklich, wie in anderen Wirtschaftszweigen, wo die Leute knallhart gefeuert werden, wenn sie dem Chef nicht passen oder der Umsatz nicht stimmt.»

    Der 50-jährige Darsteller, dem jüngst mit Filmen wie «Dem Himmel so fern» und «The Day after Tomorrow» ein glanzvolles Comeback gelang, schwört auf die Vorteile des Älterwerdens. Dazu sagt er: «Mit dem Alter kommt die Erfahrung und mit der Erfahrung Bedacht. Ich wähle meine Rollen heutzutage sicher mit mehr Bedacht aus als früher. Das zahlt sich aus.» Generell meint er: «Der Jugendwahn ist Unsinn. Es gibt viele Leute, die den Jahren nach schon zu den Alten zählen, deren jugendliche Frische und Elan aber in jedem Job bestehen können.»

    Den von Quaid umrissenen aktuellen Hintergrund des immer stärkeren Abdrängens Älterer aus dem Arbeitsprozess in den westlichen Industrienationen reflektiert die intelligente Komödie über weite Strecken mit herzhafter satirischer Schärfe. Das Lachen beschönigt nicht, sondern erhellt. Und genau das macht «Reine Chefsache» zur idealen Kino-Unterhaltung für ein Publikum, dem der Sinn nicht nach Blödeleien, sondern gehaltvollem Humor steht. Exzellente Mimen neben Dennis Quaid - wie sein Gegenspieler Topher Grace und Scarlett Johansson in der Rolle der umschwärmten Tochter - sorgen zudem für beträchtlichen Schauwert.

    dpa

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