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  • Kritik: "Denn zum Küssen sind sie da":

    Die junge Ärztin schafft es als einzige, aus dem Kerker des Frauenjägers zu entkommen, der sich Casanova nennt. Ihr Fluchtlauf durch den Wald, mit drogenschweren Beinen, von Gestrüpp gepeitscht und immer wieder zu Boden gerissen, ist dank einer schwindelerregenden Kamerafahrt eine der haarsträubendsten Szenen aus dem Schocker "Kiss the Girls - Denn zum Küssen sind sie da", der an diesem Donnerstag in die Kinos kommt.

    Der harmlose Titel verbirgt, daß es sich beim zweiten Film des Amerikaners Gary Fleder um einen Thriller in der Tradition von "Das Schweigen der Lämmer" handelt, dem allerdings kleinere Mängel anhaften. Die Hauptdarsteller Morgan Freeman als Polizeipsychologe Alex Cross und Jungstar Ashley Judd als Ärztin Kate Mctiernan überzeugen dagegen restlos. "Es schien eine schwere Aufgabe zu sein", sagt Judd in einem dpa-Gespräch zu der Frage, warum sie sich die Rolle ausgesucht habe. "Ich brauche die Herausforderung, sonst langweile ich mich."

    Judd spielt eine mutige und attraktive Ärztin, die an einem College arbeitet. Dort verschwinden auf mysteriöse Weise immer wieder Studentinnen, und zwar stets die gutaussehenden und klugen - solche wie Kate. Zwei der Vermißten tauchen als Leichen wieder auf, mißhandelt und zu Tode gequält, von Aasgeiern zerfressen. Wie sich herausstellt, hatten sie aus dem unterirdischen Kerker zu fliehen versucht, in dem "Casanova" seine sorgfältig ausgewählte Sammlung begabter Frauen hält. Zarte Gemüter sollten den Film meiden.

    Zu den Verschwundenen gehört auch die Nichte des Psychologen Cross, der sich deshalb persönlich aufmacht. Nahezu zeitgleich holt der Serientäter sich Kate, doch ihr gelingt als einziger die Flucht. Notgedrungen tun sich Cross und Kate zusammen. Dann erschöpft sich der Film in reiner Tätersuche, ohne dem Zuschauer einen psychologisch ausgefeilten Bösewicht zu präsentieren. Ein hassenswerter Charakter nach Art des Hannibal Lector im "Schweigen der Lämmer" fehlt. Als endlich klar wird, wer hinter "Casanova" steckt, macht sich Enttäuschung breit, weil Tat und Täter so schlecht zusammen zu passen scheinen.

    Die zierliche Ashley Judd lernte für die Verfilmung extra Kickboxen. "Im Buch macht Kate Mctiernan Karate, doch das ist eine Sportart, die man nicht nach sechs Wochen Unterricht überzeugend auf der Leinwand darstellen kann", meint sie. Daß eine solche Geschichte im wirklichen Leben passieren könne, glaubt sie nicht. "Ich bin vorsichtig, aber ich lasse mich nicht tyrannisieren. Außerdem habe ich offenbar eine mächtige Legion von Schutzengeln." Und dann sagt sie lachend: "Mich faszinieren Filme über Serienkiller zwar weniger, aber meine Mutter liebt diesen Dreck".

    Fatina Keilani, dpa

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