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  • Kritik: Das Todesurteil fällt per Video

    Gruselfans dürften den Namen Koji Suzuki schon gehört haben. Er gilt als der Stephen King Japans. "Ring", eine Verfilmung des Buchs, das ihn berühmt machte, ist jetzt in unseren Kinos zu sehen.

    Das Remake von Gore Verbinski, Regisseur der ersten nicht-japanischen Adaption, ist zwar an den japanischen Kultfilm "Ringu" von Hideo Nakata angelehnt, legt den Akzent aber weniger auf Horror. "Es ist mehr ein Thriller, der den Zuschauer mit auf eine Reise nimmt."

    Und zu Beginn sieht alles nach der Aufklärung eines Mordfalls aus - Puzzleteile wie versteckte Hinweise, merkwürdige Orte und rätselhafte Personen fügen sich nach und nach zu einem Bild", sagt "Ring"-Schauspieler Martin Hendersen.

    Video verbindet schreckliche Morde

    Hendersen spielt Noah, den Ex-Freund der Hauptfigur Rachel Keller (Naomi Watts), die ihn in einer mysteriösen Angelegenheit um Hilfe bittet. Ihre Nichte Katie (Amber Tamblyn) starb unter ungeklärten Umständen. Rachel findet heraus, dass drei andere Teenager ebenfalls einen schrecklichen Tod erlitten an anderen Orten, aber exakt zur gleichen Zeit. Das einzige Indiz für eine Gemeinsamkeit der vier: Katie und ihre Freunde hatten zusammen ein Video angesehen.

    Angst um gemeinsames Kind macht die Jagd brisant

    Rachel findet dieses Band, schaut es selbst an und erhält daraufhin einen Anruf, dass sie in sieben Tagen sterben wird. Sie zeigt Noah das Video, und durch einen Zufall sieht es auch ihr gemeinsamer sechsjähriger Sohn Aidan (David Dorfman). Der Instinkt, ihn zu schützen, macht die Jagd nach der Lösung selbst für Skeptiker Noah brisant.

    Wer ist die Frau im Spiegel, wo stehen Leuchtturm und Baum?

    Zunächst gilt es herauszufinden, woher das Band kommt. Dazu muss die abstrakte Bildfolge entschlüsselt werden: Wer ist die Frau im Spiegel, wo stehen Leuchtturm und Baum, wer ist das kleine Mädchen? Watts löst ihre schauspielerische Aufgabe gut und hält den Zuschauer über Ungereimtheiten hinweg bei der Stange. Ihr Sohn Aidan etwa, wirkt wie eine Krücke des Drehbuchautors, auch wenn er seiner Mutter Hinweise geben kann. Wenig plausibel bleibt auch die Beziehung zwischen Rachel und Noah.

    Nicht Personen und Beziehungen stehen im Mittelpunkt

    "Es handelt sich ja nicht um einen Film, in dem die Charaktere und ihre Beziehungen untereinander im Mittelpunkt stehen. Es ist richtig, dass es einige nicht erklärte Elemente in der Story gibt, aber ich denke, das ist entschuldbar, weil unser Film insgesamt gesehen unterhaltend ist", meint Hendersen dazu.

    Bizarre Bilder, beeindruckende Atmosphäre

    Die Kinoversion hat Schwächen, die das anschließende Lesen des Buches lohnenswert machen. Seit Januar ist der Roman in deutscher Übersetzung erhältlich (Heyne-Taschenbuch). Als Reiz des Films beiben: Zum einen die bizarren Bilder, mit denen der frühere Werbefilmer Verbinski seinem Werk eine beeindruckende Atmosphäre gibt. Zum anderen, dass dem Zuschauer spätestens nach dem Verlassen des Kinos klar wird, dass er nun selbst das tödliche Video gesehen hat...

    Der Regisseur hat zuvor die Komödie "Mäusejagd" und die Actionkomödie "Mexican" mit Julia Roberts inszeniert.

    Silke Weiss, dpa

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