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  • Kritik: "Das Mambospiel"

    Corinna Harfouch und Michael Gwisdek sind auch im wirklichen Leben ein Paar, allerdings seit kurzem mit getrennten Wohnungen. Die Problematik einer längeren Partnerbeziehung unter Künstlern mit all ihren Rivalitäten hat Gwisdek in seinem jüngsten Film "Das Mambospiel" in Bilder umgesetzt. Praktischerweise, aber nicht immer zum Vorteil des Films, spielen sich die beiden gleich selbst und der Mann führt die Regie. Der Streifen kommt am 26. März in die Kinos.

    Der Film lief als offizieller deutscher Wettbewerbsbeitrag auf der Berlinale im vergangenen Februar und dort zumindest hat er seine Feuertaufe nicht bestanden. Allerdings sind die Internationalen Filmfestspiele in Berlin vor allem bei den deutschen Filmemachern gefürchtet wegen ihres oft gnadenlosen Festivalpublikums und der meist ebenso rigorosen Filmkritiker.

    Gwisdek erzählt im Berlin der späten 90er Jahre von einer Beziehung in der Sackgasse. Es ist die Geschichte vom arbeitslosen Schauspieler Martin und seiner Ex-Freundin Maria, die sich einem anderen Mann (Jürgen Vogel) vorübergehend zugewandt hat, mit dem sie aber nicht weniger Probleme hat. Gwisdek ist der Mann, der nicht erwachsen werden will und nur ein Ziel im Kopf hat: Er will endlich seinen Film drehen. Den allerdings will niemand außer ihm haben.

    Mit seiner Manie und vor allem seinen ewigen Träumereien geht er Maria auf die Nerven, obwohl sie ihn eigentlich liebt. Es fliegen die Fetzen "wie im richtigen Leben", weil sie Martin klar machen will, daß er nicht im Kino lebt. Zwischendurch gibt es die leisen Momente der Wiederannäherung und der Erkenntnis: "Es geht nur mit uns beiden, wir sind längst viel zu sehr aufeinander angewiesen". Ein schmerzhafter Prozeß, weil er auch mit zwei unterschiedlichen Ausgangspositionen zu tun hat: er klammert sich an dieses Wissen als einzigem Strohhalm, sie muß erkennen, daß man schon zu sehr zusammengewachsen ist.

    Gwisdek hat versucht, diesen Nerven- und Beziehungskrieg mit einer gehörigen Portion Ironie und, was seinen Part anbelangt, Selbstironie zu würzen. Das ist die sympathische Seite des Films, der sich selbst nicht allzuernst nehmen will. Er verspielt diesen Vorzug aber deutlich, indem er das dramaturgische Tempo aus den Augen verliert und die oft allzu nichtssagenden Tiraden und Apercus der beiden schier endlos auswalzt. Damit wird die Geduld des Zuschauers bis an die Grenzen strapaziert und schließlich überreizt. Auf der Berlinale provozierte dies zu verärgerten oder spöttischen Zwischenrufen.

    Wilfried Mommert, dpa

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