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  • Kritik: Das Doppelleben von «Mr. Mrs. Smith»

    Hoffentlich hat Jennifer Aniston «Mr. Mrs. Smith» nicht gesehen. Sie könnte sonst den ganzen Klatschgeschichten glauben, die über ihren Ex-Mann Brad Pitt und Co-Star Angelina Jolie verbreitet werden.

    Auf der Leinwand kribbelt es nämlich gewaltig zwischen den beiden verheirateten Undercover-Killern, die sich gnadenlos im Visier haben. Pitt war zum Zeitpunkt der Dreharbeiten noch offiziell mit Aniston verheiratet und dementiert bis heute heftig alles, was über eine Freundschaft mit Jolie hinausgeht. Aber wenn Mrs. Smith mit schimmernden Augen die Schulterwaffe auf ihn ansetzt oder Mr. Smith seine Frau in leidenschaftlicher Notwehr gegen die Wand knallt, dann wird eines klar: Die beiden lieben sich.

    «Mr. und Mrs. Smith» führen auf der Leinwand ein Doppelleben, das sie selbst voreinander verbergen. Die natürliche Chemie stimmt zwischen der 30-jährigen Oscar-Gewinnerin Jolie mit den endlos langen Beinen und dem muskelbepackten «Ocean Eleven»-Darsteller Pitt (42), der auch im Anzug zum Anbeißen aussieht. Ein gefundenes Fressen also für die amerikanische Klatschpresse, die diesen schönen Menschen gerne eine heimliche Affäre angehängt hätte. Und so erschienen tonnenweise Fotos über angeblich kompromittierende Situationen. Wirklich heiße Beweise gibt die Paparazzi-Ausbeute allerdings nicht her, die die Stars gemeinsam mit Jolies vierjährigem Adoptivsohn Maddox beim Sandspielen in Afrika zeigen. Ob es heimliche Treffen in Hotels gegeben hat, bleibt Spekulation.

    Jolie wollte sich auf jeden Fall nicht nachsagen lassen, dass sie eine Ehe zerstört habe. «Ich fände einen Mann, der seine Frau betrügt, überhaupt nicht attraktiv», sagte sie in einem TV-Interview. Ihr Vater (Hollywood-Schauspieler John Voight) habe die Familie durch Seitensprünge sehr verletzt, deshalb würde sie sich nie mit einem verheirateten Mann einlassen. Zu den bösartigen Titelbildern sagte sie nur: «Ich muss mich nicht selbst verteidigen, dass ich eine anständige Frau bin, oder?». Pitt nannte die ganze Aufregung «eine gute Geschichte» aber komplett erfunden. «Ich kenne diese Gerüchte-Blätter seit 14 Jahren, nach einer Weile wird man einfach der Zen-Meister», so der Schauspieler.

    Auch wenn sie zunächst gelassen reagierten, als kurz vor dem US-Kinostart von «Mr. Mrs. Smith» im Juni das Spektakel überhand nahm, griff Jolie zu drastischen Maßnahmen. Journalisten, die im Zusammenhang mit dem Film ein Interview mit ihr haben wollten, mussten die Erklärung ihres Anwalts unterschreiben. Demnach durfte Jolie sie auf eine «unbestimmte» Summe Schadensersatz verklagen, wenn ihre Aussagen anders verwendet wurden als zur Werbung für «Mr. Mrs. Smith».

    Filmkritiker haben mit dem Ehepaar Smith ganz andere Probleme: «Zwei entgegengesetzte Genres, romantische Komödie und Action, zu vermischen ist kniffelig. Regisseur Doug Liman schafft das nicht immer kunstvoll», meckerte «USA Today». Die lang andauernden Action-Szenen seien langweilig und die konstante Demonstration der Hightech-Spielzeuge mühsam. Der Krieg der Geschlechter würde mit echten Waffen statt mit Worten ausgetragen, das sei heikel, so die «New York Times». «Manchmal glückt es den beiden, gegenseitig Köder füreinander zu spielen, manchmal nicht. Deshalb ist ihr Joint Venture sowohl vermasselt als auch langweilig.»

    Im Gegensatz zu dem unglücklichen Parade-Beispiel «Gigli», in dem die damaligen Verlobten Jennifer Lopez und Ben Affleck ein Paar spielen und das an den Kassen floppte, bekam «Mr. Mrs. Smith» durch die Gerüchteküche zusätzlichen Auftrieb. Die angebliche Jolie-Pitt-Affäre lockte vor allem auch Zuschauerinnen ins Kino, die Action-Komödien normalerweise fern bleiben. Am Eröffnungswochenende vor fünf Wochen katapultierten sie sich mit umgerechnet 42,2 Millionen Euro auf den Platz eins der Kinocharts. Bis heute haben sie in den USA über 158 Millionen Dollar (132 Millionen Euro) eingespielt.

    dpa

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