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    Kritik: "Das 1. Semester" für die Jüngsten

    Hamburg (dpa) - Sein Studium muß auf Uwe Boll bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Der Regisseur ("German Fried Movie") und studierte Germanist wollte, wie er selbst sagt, schon immer einen Film im Studentenmilieu drehen, weil ihn die Uni fasziniert. Nun hat er es geschafft: Sein Werk "Das 1. Semester" kommt an diesem Donnerstag in die Kinos.

    Eine "freche, temporeiche, junge und unkonventionelle Komödie" soll es sein, verspricht die Ankündigung. Der Regisseur allerdings ahnt bereits, daß sein Film über die Sorgen des Studienanfängers Andreas Schimmer ("Benny Beimer") Christian Kahrmann) nur jüngere Zuschauer interessieren wird. "Ältere Studenten gehen eher in Trainspotting", räumt er ein. Sein Film wende sich an die 15-22jährigen und solle einfach Spaß machen.

    Dafür bedarf es allerdings eines besonderen Humors. Der begüterte und lebensfrohe Opa von Andreas verspricht diesem 150.000 Mark zur Finanzierung des Studiums. Das Geld soll der Uni-Neuling aber erst am Ende des ersten Semesters bekommen, und nur wenn es ihm gelingt, bis dahin zwei "Scheine" zu machen und eine feste Freundin vorzuweisen.

    Bis dahin muß sich Andreas allein durchschlagen. Sein proletiger Stiefvater (Willi Thomczyk), der es selbst auf die Knete abgesehen hat, tut sich indessen mit Andreas' Zimmernachbar zusammen, um das Vorhaben zu sabotieren. Und dann sind da noch zwei Frauen: die patente und kluge Marlis (Yutah Lorenz) und die zickig-berechnende Lea ("Momo" Radost Bokel), das begehrteste Mädel der Uni, die aus sehr unterschiedlichen Motiven um Andreas konkurrieren.

    Der 1965 geborene Boll hat für sein Studium - inklusive Promotion zum Thema Fernsehserien - 13 Semester gebraucht und von den gezeigten Zuständen einige selbst erlebt, wie er sagt. So habe er wirklich einmal als einziger in einem Seminar gesessen und sei, wie Andreas im Film, in diesem Kurs durchgefallen. Zu sehen gibt es unter anderem geldgierige Vermieter, die finstere Löcher mit Ratten und dreckverschmierten Klos zu Wucherpreisen vermieten, überfüllte Seminare, eitle Professoren und allerhand skurrile Typen aus der Öko- und Psycho-Mottenkiste. In der Zeichnung der Figuren reiht der Film ein Klischee ans andere, bei mäßigen Schauspieler-Leistungen. Boll weiß das alles. "Der Film kommt Tests zufolge am besten bei den ganz jungen an. Wir verzichten ja auch nicht auf platte Gags."

    Von Fatina Keilani, dpa

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