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  • Kritik: Daniel Brühl verwirrt ältere Damen

    Wo sonst könnten romantische Gefühle so gut gedeihen wie im idyllischen Cornwall in England? Inmitten sanfter Hügel, rauschender Meereswellen und prächtig blühender Gärten hat der britische Regisseur Charles Dance seinen Debütfilm «Der Duft von Lavendel» angesiedelt.

    Die älteren Schwestern Ursula (Judi Dench - «Iris») und Janet (Maggie Smith - «Harry Potter») nehmen darin 1936 einen jungen Mann bei sich auf, der bewusstlos am Strand angespült wurde. Der junge deutsche Star Daniel Brühl («Good Bye, Lenin!») spielt an der Seite der Oscar-Preisträgerinnen den geheimnisvollen Geiger Andrzej, der bei dem Schwesternpaar für Gefühlswirbel sorgt. Ein bezaubernder Liebesfilm.

    Humorvoll und einfühlsam schildert Dance in der Verfilmung einer Kurzgeschichte von William J. Locke die kleinen Freuden, Schmerzen und Ängste des Verliebtseins. Während Janet den hübschen Geiger als Sohn ansieht, weckt er bei Ursula vor allem mit seiner Musik tiefere Gefühle, die sie als Frau um die sechzig längst überwunden glaubte. Ihr Atem stockt, sie errötet und sie ist verwirrt, wenn Andrzej sie anspricht. Eifersüchtig belauern sich die Schwestern, denn jede möchte den polnischen Flüchtling, der eigentlich per Schiff nach New York wollte, für sich.

    Der einzige, der davon nichts mitbekommt, ist Andrzej selbst. Und so knüpft er völlig unbekümmert freundschaftliche Bande mit der jungen, hübschen Malerin Olga (Natascha McElhone - «The Truman Show»), die ihm bald ein verlockendes Angebot macht.

    Dem Theater- und Filmschauspieler Dance, der in Filmen wie «Last Action Hero» und «Swimming Pool» zu sehen war, ist mit «Der Duft von Lavendel» eine bezaubernde Hommage an die Liebe gelungen - allerdings an die Liebe im reiferen Alter. Das Mainstream-Kino drehe sich nur um junge Menschen, sagt Dance. Für Gefühle gebe es jedoch keine Altersgrenze. «Die Liebe überkommt einen überraschend - manchmal ist sie angenehm, manchmal schmerzlich.»

    Für Daniel Brühl war es nach eigenen Angaben eine Ehre, mit berühmten Kolleginnen wie Dench und Smith vor der Kamera zu stehen. «Ich war natürlich sehr aufgeregt», sagt er. Die siebenwöchigen Dreharbeiten in Großbritannien seien jedoch sehr entspannt gewesen. «Die beiden haben sich so rührend und nett um mich gekümmert.» Schwieriger war für ihn die Sprache - Englisch mit polnischem Akzent. Auch mit der Geige musste er täglich üben, um von den Bewegungen her wie ein echter Violinist zu spielen. «Der Bogen wurde mit Seife eingerieben, damit man bloß keinen Ton hört.»

    Dance ist von Brühl begeistert, seitdem er ihn in «Good Bye, Lenin!» sah: «Er besitzt diese beneidenswerte Chamäleon-Qualität, durch die er in einem Augenblick so unscheinbar wie der Junge von nebenan, im nächsten dann umwerfend hübsch wirken kann.» Sich in Andrzej zu verlieben, fiel Judi Dench deshalb nicht schwer, sagt sie: «Er ist wirklich ein hervorragender Schauspieler.»

    dpa

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