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  • gemachtKritik: "Crash" von David Cronenberg

    Hamburg (dpa) - Die Beziehung zwischen menschlichen Körpern und moderner Technologie hat der kanadische Regisseur Cavid Cronenberg immer wieder zum Thema seiner Filme 1982 inszenierte er "Videodrome" als beklemmende Vision einer Medienlandschaft, in der Menschen zu programmierbaren Videorecordern mutieren. Mit seiner aktuellen Verfilmung des Science-Fiction-Kultromans "Crash" von James G. Ballard entwirft Cronenberg ein spektakuläres Szenario um die erotische Beziehung zwischen Mensch und Auto.

    Quietschende Reifen, zersplitterndes Glas, ein kurzer dumpfer Knall - James Ballard (James Spader) wird durch einen Autounfall in eine neue Sinneswelt katapultiert und Helen Remmington (Holly Hunter), Fahrerin des anderen Wagens, empfindet ebenso wie er. In einer abgestumpften Welt, die nur noch aus endlosen anonymen Autostraßen und grauen Hochhäusern zu bestehen scheint, entwickeln die beiden eine Obsession für die kühle Kraft der Maschinen, das Auto wird zu ihrer erotischen Passion. Auch Ballards Frau Catherine (Debrorah Unger) findet Gefallen an den sexuellen Eskapaden. Gemeinsam stoßen sie auf eine Gruppe Unfall-Fetischisten, unter ihnen auch die bereits völlig verkrüppelte Gabrielle (Rosanna Arquette), die tödliche Unfälle wie den von James Dean nachstellen...

    Eine arktisch anmutende Kälte dominiert die Bilder von Cronenbergs bizarren Film, nur ab und zu unterbrochen von zwanghaft ausgeführtem Geschlechtsverkehr. Der Film "Crash" ist eine Provokation, er polarisiert. Bei Vorführungen auf Filmfestivals gab es in der Regel entweder grenzenlose Bewunderung für die Stilsicherheit des Regisseurs und seiner Crew oder schlichte Empörung, selbst der Ruf nach Zensur wurde laut.

    "Die Sexualität im Film wird gezeigt, um etwas anderes auszudrücken. Sie ist eine Metapher für die Entwicklungen der Gesellschaft", sagt Deborah Unger in einem dpa-Gespräch. Zwar fand sie es anfangs schwierig, in die fremdartige Welt des Films einzutauchen, gleichzeitig hat die Rolle der Catherine ihren Blick auf Sexualität in der heutigen Gesellschaft verändert. ",Crash' zeigt auch, wie Sex, der nicht mehr wichtig ist für die Reproduktion, zur Obsession, zur Kunstform wird."

    Von Katharina Reismann, dpa

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