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  • Kritik: ComicVerfilmung mit Action und Gefühl

    Spider-Man ist zurück und wie es sich für eine Blockbuster-Fortsetzung gehört, noch größer, schneller, spannender als zuvor.

    Während der erste Film eine Art Prolog war und über weite Strecken erst erzählte, wie der unscheinbare Junge Peter Parker zu Spider-Man wurde, ist der Spinnenmann im zweiten Teil schon ein gestandener Superheld - und bekommt in dem Menschen-Monster Doc Ock mit seinen vier mächtigen Greifarmen einen ebenbürtigen Gegner.

    Spider-Mans Doppelleben zermürbt ihn

    Der wieder von Jungstar Tobey Maguire gespielte Spider-Man ist ein Held, doch glücklich ist Peter Parker durch seine vielen guten Taten nicht geworden. Das Doppelleben, das ihm kaum Zeit für Schlaf lässt, zermürbt ihn, er vernachlässigt sein Studium, er verliert einen Job nach dem anderen und kann nicht einmal die Miete für sein schäbiges Zimmer zahlen. Aber vor allem lässt ihn der Gedanke an seine große Liebe Mary Jane Parker (Kirsten Dunst) nicht los, die er verstoßen hat, um sie zu schützen: Er weiß, dass Spider-Mans Freundin das erste Ziel eines jeden seiner Gegner sein wird.

    Erzählstränge nehmen genauso viel Platz ein wie reine Action

    Regisseur Sam Raimi gelang im zweiten Anlauf wieder eine stilsichere Mischung aus Action und Gefühl. Die Liebesgeschichte von Peter und Mary Jane, Parkers Gewissensbisse wegen des mitverschuldeten Todes seines Onkels, das Leiden seines besten Freundes Harry Osborn, der Spider-Man die Schuld für den Tod seines Vaters gibt, ohne zu wissen, dass dieser der heimtückische Grüne Goblin war - all diese Erzählstränge aus dem ersten Film nehmen wieder genauso viel Platz ein wie reine Action.

    Bessere Spezialeffekte, detaillierte Kampfszenen, beeindruckende Großstadtkulisse

    Und auch die kann sich sehen lassen: Deutlich bessere Spezialeffekte, bis ins Detail choreografierte Kampfszenen und eine beeindruckende Großstadtkulisse, für die Bilder echter Gebäude mit Details aus dem Computer ergänzt wurden. Alles in allem gelang Raimi eine nahezu perfekte Comic-Verfilmung mit düster-anziehender Atmosphäre und betörenden Bildern. Und mit Mut zur Komik, etwa wenn der Titelheld von seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten Gebrauch macht, um pünktlich Pizza auszuliefern oder im Waschsalon feststellen muss, dass sein rot-blauer Anzug färbt.

    Spider-Man ist anders als andere Comic-Helden, Gewinnertypen wie Batman oder Superman. Maguires Peter Parker könnte im wirklichen Leben leicht als typischer Loser abgestempelt werden: Leise, unentschlossen, leidend. Genau das war vielleicht eines der Erfolgsgeheimnisse der ersten Spider-Man-Films, der weltweit mehr als 800 Millionen Dollar einspielte.

    Auch Gegenspieler kein eindimensionaler Schurke

    Der von Alfred Molina verkörperte Doc Ock ist wie der typische Bösewicht der Marvel-Comics kein eindimensionaler Schurke, sondern vor allem eine tragische Figur, einer dieser im Grunde guten Menschen, die durch übermäßigen Ehrgeiz oder Machtgier ins Verderben geführt werden. Dr. Otto Octavius ist ein brillanter Wissenschaftler, der die Menschheit mit einer neuen Energiequelle beglücken will, sauber und stark wie die Sonne.

    Doc Ock mit mörderischem Charme

    Um die geballte Energie in seiner Maschine zu kontrollieren, erfand Octavius für sich eine Art Korsett mit vier gewaltigen Greifarmen aus Titan, von denen jeder zwar über ein künstliches Gehirn verfügt, aber von der Kraft seiner Gedanken gesteuert wird. Als die Demonstration der neuen Energiequelle in einer Katastrophe endet, findet sich Octavius als willenlose Geisel in der Macht seiner Greifarme wieder. Der 51-jährige Molina, der bisher kaum in großen Blockbustern zu sehen war, stattete Doc Ock mit einem mörderischen Charme aus. Die mechanischen Arme wurden bei Nahaufnahmen von einem Team aus 16 Puppenführern zum Leben erweckt, die ihnen eigene Charakterzüge zu verleihen versuchten.

    Noch kurz vor Beginn der Dreharbeiten wurde Maguire angeblich beinahe durch seinen Kollegen Jake Gyllenhaal ersetzt, der dann in Roland Emmerichs «The Day After Tomorrow» spielte. Das chronische Rückenleiden des 29-Jährigen hatte sich wieder zugespitzt und zudem soll er deutlich mehr Geld gefordert haben. Nun wird Maguire mindestens noch einmal in «Spider-Man 3» wie ein moderner Tarzan an seinen Spinnweben durch den Großstadtdschungel fliegen. Raimi und Dunst sind ebenfalls mit dabei. Der Starttermin steht schon fest: Mai 2007.

    dpa

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