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  • Kritik: Clooney und Zeta-Jones parodieren den Geschlechterkampf

    In gemächlichem bis rasantem Tempo von einer Groteske zur nächsten

    Bis jetzt ging ihre Rechnung jedes Mal auf. Doch dann trifft die geldgierige Sexbombe auf ihren Meister. Der von Erfolg verwöhnte Winkeladvokat Miles (George Clooney) gewinnt den Scheidungsprozess für Marylins Ehemann, obwohl dieser notorisch fremd geht. Marylin erhält keinen Cent und sinnt auf Rache - "Ein (un)möglicher Härtefall"!

    Die für ihren hintersinnigen Humor bekannten Brüder Joel und Ethan Coen ("The Big Lebowski") haben mit "Ein (un)möglicher Härtefall" eine romantisch-schwarze Komödie vorgelegt. Die Hollywood-Stars Clooney und Zeta-Jones parodieren in dem Streifen den klassischen Kampf der Geschlechter. Allerdings ist die charakterliche Tiefe der Figuren ungleich verteilt. Während Miles seinen Ruf als Staranwalt und Womanizer gekonnt selbst ironisiert, bleibt Zeta-Jones Rolle auf die berechnende Verführerin reduziert.

    Natürlich fliegen zwischen den beiden Kontrahenten beruflich wie privat die Funken. Miles erliegt bald Marylins Reizen, und sein analytischer Verstand rutscht ihm sprichwörtlich in die Hose. In Las Vegas geben die beiden sich nach einigen psychologischen Verwirrspielen das Ja-Wort. Miles, der brillante Zyniker, ist plötzlich so blind vor Liebe, dass er auf einen Ehevertrag verzichtet. Nach einer heißen Nacht kommt die kalte Ernüchterung. Der Plot des Films bleibt vorhersehbar.

    Dem stark publikumsorientierten Film mangelt es zwar an intelligent-komischen Dialogen. Dennoch sorgt er 100 Minuten lang für gute Unterhaltung. Die Komödie springt in gemächlichem bis rasantem Tempo von einer Groteske zur nächsten. In Erinnerung bleiben Clooneys Grimassen, mit denen er vor dem Spiegel seine tadellosen Zähne prüft, und sein mit viel Gel gescheiteltes Advokatenhaar. Bei Catherine Zeta-Jones betont das Drehbuch allzu sehr die körperlichen Reize der Schauspielerin. Einer meist erfolgreichen Ehebetrügerin hätten die Coen-Brüder bei der Überarbeitung des Drehbuchs von Robert Ramsey und Matthew Stone mehr charakterliche Tiefe zugestehen können.

    Michael Winckler, ddp

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