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  • Kritik: Clooney macht es in Schwarzweiß

    Der Mann sieht nicht nur gut aus, er hat auch was zu sagen. Längst hat George Clooney (44) seinen Ruf als «sexiest man alive» auf Gehirn-Regionen ausgedehnt. Als Schauspieler trat er in diesem Jahr in dem Politthriller «Syriana» übergewichtig und verschwitzt auf und holte sich - wieder schick und schlank - seinen ersten Oscar ab. Als Regisseur schaffte er es mit «Good Night, and Good Luck» immerhin zur Nominierung.

    Ein Oscar wäre für das Lehrstück gegen die Kommunistenhatz der 50er Jahre doch zu viel der Ehre gewesen. Denn «Good Night, and Good Luck» ist zwar in erlesenem Schwarz-weiß gefilmt und von einem Star- Ensemble inklusive Clooney toll gespielt, aber der pädagogisch- politische Ehrgeiz des Regisseurs und Drehbuchautors Clooney macht das fast dokumentarisch wirkende Drama phasenweise etwas dröge.

    Der Film versetzt den Betrachter zurück in die Anfänge des Fernsehzeitalters, ins Amerika der 50er Jahre. Im Studio des Senders CBS werden unzählige Zigaretten geraucht und journalistisch heiße Eisen angepackt. Es geht um Nachrichten und ihre Hintergründe und vor allem um eine große Story: Das Team des Live-Magazins «See it now» mit dem souveränen Edward Murrow als Moderator berichtet über einen Marine-Piloten, der vom Militär entlassen wird, weil er sich weigert, Schwester und Vater als Kommunisten zu denunzieren. Hinter der Schikane steht der US-Senator Joseph McCarthy, Vorsitzender des «Komitees für unamerikanische Aktivitäten» und Amerikas Kommunistenhasser Nr. 1.

    Sofort stehen die Fernsehjournalisten unter extremem Druck, aber sie recherchieren und berichten mutig weiter, entlarven McCarthy als paranoiden Lügner und gefährlichen Anti-Demokraten. Der TV-Mann Murrow, mit strenger Konzentration gespielt von dem großartigen David Strathairn, lässt sich nicht beirren und steht immer auf der richtigen Seite. Die Botschaft ist klar: Amerika braucht solche Männer mit Rückgrat und Zivilcourage. Denn ohne sie wäre die Welt noch schlechter als sie es ohnehin schon ist.

    Parallelen zur Gegenwart zieht der Film nicht direkt. Aber natürlich liegt der Gedanke nahe, dass der von rechten US-Medien schon als «Verräter» beschimpfte Clooney bei seiner Reise in die 50er Jahre auch den amtierenden Präsidenten George Bush mitsamt dessen Terroristen-Hetze und Irak-Lügen im Sinn hatte. Aus seiner tiefen Abneigung gegen die derzeitige US-Regierung macht der Superstar seit langem kein Geheimnis mehr.

    dpa

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