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  • Kritik: Clint Eastwoods "Absolute Power"

    Hamburg (dpa) - Mit Filmen wie "Die Brücken am Fluß" oder "Erbarmungslos" ist Clint Eastwood ins Charakterfach eingetaucht. Mit seinem neuem Streifen "Absolute Power" kehrt er als Regisseur und Schauspieler in vertraute Thriller-Gewässer zurück. Ein brutaler Mord, wilde Flucht, skrupellose Verschwörer auf allerhöchster politischer Ebene, Männerfreundschaft und Verrat: Eastwoods jüngste Regiearbeit sucht aus altbewährten Zutaten einen spannungsreichen Cocktail neu zu mixen.

    Rund 1,7 Millionen Mark hat der "Oscar"-Gewinner im vergangenen Jahr für die Filmrechte an David Baldaccis Politthriller "Der Präsident" gezahlt. Aber die Geschichte vom alternden Meisterdieb Luther Whitney (Eastwood), der bei seinem letzten großen Coup Augenzeuge eines Mordes wird und daraufhin von der Polizei, dem Geheimdienst, einem Auftragskiller und dem US-Präsidenten höchstpersönlich gejagt wird, wirkt auf der Leinwand arg konstruiert.

    Zwar wurde im amerikanischen Kino nur selten ein Präsident so verderbt, lüstern und bar jeglichen Anstandes gezeigt, wie der von Gene Hackman verkörperte Politiker Alan Richmond, der seine junge Geliebte vom Secret Service ermorden läßt. Doch mag sich beim Zuschauer die moralische Entrüstung kaum einstellen, die das Drehbuch erwecken will - allzu vorhersagbar ist jede Wendung der Handlung.

    Luther Whitney allerdings ist schockiert, als er eines Nachts bei einem Einbruch in die Washingtoner Villa des Präsidentenfreundes und Multimillionärs Walter Sullivan (überzeugend: E.G. Marshall) Zeuge wird, wie dessen Frau Christy von den Leibwächtern des Präsidenten hinterrücks erschossen wird. Christy hatte sich zuvor mit einem Brieföffner gegen die Brutalität ihres präsidialen Liebhabers Richmond zur Wehr gesetzt.

    Fortan suchen Präsident, Stabschefin (Judy Davis) und die beiden Killer vom Geheimdienst (Scott Glenn, Dennis Haysbert) den Dieb und unfreiwilligen Augenzeugen um jeden Preis aus dem Weg zu räumen. Zu allem Übel sieht auch die Polizei in ihrem alten Bekannten den Hauptverdächtigen für den Mord. Und Witwer Sullivan setzt einen Profikiller auf Luthers Spur.

    In diesem Schlammassel nimmt Luther den Kontakt zu seiner Tochter Kate (Laura Linney) wieder auf. Die junge Staatsanwältin hat als Kind ihren Vater schmerzlich vermißt, weil der jahrelang im Gefängnis saß. Sie ist verbittert und will nichts mehr von ihm wissen.

    Wie Vater und Tochter sich langsam wieder näher kommen, wie Kate sich dennoch entschließt, Luther an die Polizei zu verraten und ihn damit ins Visier der Killer bringt, die auch ihr nach dem Leben trachten - das zu beobachten läßt doch noch Anteilnahme aufkommen. Die innere Entwicklung der Figuren ist an diesem Film das Spannenste.

    Von Vanja Budde, dpa

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