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    In seinem neuen Film "Ein wahres Verbrechen" hat sich Hollywoodstar Clint Eastwood einmal mehr eine Paraderolle auf den Leib geschneidert. Der alternde Zeitungsreporter Steve Everett ist ein Frauenheld und echtes Rauhbein.

    Er raucht Kette, fährt einen schrottreifen Wagen und gilt als Querulant. Für brisante "Storys" hat er eine Spürnase. Und die läßt ihn auch nicht im Stich, als er den schwarzen Todeskandidaten Frank Beachum nur wenige Stunden vor der Hinrichtung interviewen soll. Denn bei seinen Recherchen stellt er fest, daß der Mann in der Todeszelle unschuldig ist.

    Der mittlerweile 68jährige Eastwood mimt nicht nur den unbequemen, aber irgendwie sympathischen Haudegen, dessen Ehe auf der Kippe steht, überzeugend. Sein Film - Eastwood führt auch Regie - zeigt zudem in beeindruckender Weise die Unmenschlichkeit der Todesstrafe. In Deutschland kommt der Film an diesem Donnerstag (29. April) in die Kinos.

    "Wir müssen das machen, was der Staat uns sagt", meint der Gefängnisdirektor. "Ich war's nicht", beteuert Beachum (Isaiah Washington), der eine schwangere Verkäuferin erschossen haben soll. "Ich fühle mich isoliert, ich habe Angst, Angst vor Schmerzen", gesteht er in seiner Zelle dem Reporter, während draußen Demonstranten ihre Genugtuung über die Strafe lautstark kundtun. Der Trinker Everett, der seit zwei Monaten keinen Alkohol mehr angerührt hat, macht sich verbissen auf, Beachums Unschuld zu beweisen. Immer näher rückt der Augenblick, in dem die tödliche Injektion verabreicht werden soll. Everett befragt Zeugen, wühlt in alten Akten und sucht nach Beweisen. Doch die Uhr tickt.

    Eastwood - nach wie vor attraktiv und charmant - hat auch in seinem neuen Film noch immer ein wenig von den Westernhelden und dem Polizeidetektiv "Dirty Harry", seinen Paraderollen vergangener Tage. Doch statt mit einem Revolver ist er diesmal mit Notizblock, Lederjacke und Sonnenbrille bewaffnet. Inzwischen kann der Weltstar auf mehr als 40 Jahre in der Filmbranche, ebensoviele Hauptrollen und 21 Regiearbeiten zurückblicken. Seine Wandlungsfähigkeit hat der Oscar-Preisträger von 1993 ("Erbarmungslos") gerade in den letzten Jahren und Filmen bewiesen.

    Die Längen zu Beginn macht "Ein wahres Verbrechen" durch spätere Hochspannung wieder wett. Und auf Hollywood-Kitsch verzichtet Eastwood glücklicherweise größtenteils. Nur das Ende dürfte Cineasten enttäuschen. Aber da hat sich der Regisseur an die Romanvorlage gehalten. Die Filmbewertungsstelle in Wiesbaden zeichnete den Streifen vor kurzem mit dem Prädikat "Besonders wertvoll" aus. Es sei ein "perfekt inszenierter Film von und mit Clint Eastwood, der präzise wie ein Uhrwerk abläuft".

    Nathalie Waehlisch, dpa

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