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  • Kritik: Clever Smart blödeln sich durch die Agentenwelt

    Sie sind die irrwitzige Antwort auf James Bond und Jerry Cotton: Die beiden Comic-Helden Fred Clever und Jeff Smart kämpfen seit fast 50 Jahren gegen das Böse. Dabei sind sie eher das Gegenteil ihrer Namen, sie bestechen eher durch Einfalt und Faulheit als durch Spürsinn und Killerinstinkt.

    Dennoch gelingt es den Geschöpfen des spanischen Zeichners Francisco Ibáñez irgendwie immer, ihre Mission zu erfüllen - auch wenn dabei einiges zu Bruch geht. Der spanische Regisseur Javier Fesser hat die Abenteuer von «Clever Smart», von denen allein in Deutschland 50 Millionen Hefte verkauft wurden, erstmals als Realverfilmung auf die Kinoleinwand gebracht - mit gemischtem Erfolg: In Spanien wurde der Film 2003 zu einem der erfolgreichsten überhaupt, in Deutschland dürfte der ganz spezielle Humor aber kaum so gut ankommen.

    Comicverfilmungen sind ja stets eine heikle Sache: Normale Filmfans können mit der überzogenen Darstellung und dem Comic-haften Look oft wenig anfangen, für echte Fans des Genres hingegen gehen die Realverfilmungen häufig nicht weit genug. «Clever Smart» dürfte da keine Ausnahme sein, zumal der Film stark auf Blödelhumor setzt.

    Wie bei vielen Comics ist die Story nur Rahmenhandlung für eine Abfolge von Gags, Absurditäten und Torheiten. Als Clever und Smart wieder einmal versagen, engagiert ihr Chef den großspurigen Detektiv Fredy Muskulus, um die neue Geheimwaffe DDT (Demoralisator der Truppen) zurückzuholen, die auf dem Weg zu einem irren Diktator ist.

    Die Auswahl der Schauspieler ist durchaus gelungen. Benito Pocino (Clever) und Pepe Viyuela (Smart) geben überzeugend die Deppen- Agenten, die es gut meinen, aber nicht können. Dominique Pinon («Die fabelhafte Welt der Amelie») ist als Muskulus der skrupellose Alleskönner mit Muskeln und Hirn. Auch Agentenboss Mister L oder der Wissenschaftler Dr. Bakterius kommen ihren Comic-Vorbildern nahe.

    Die Ausstattung von «Clever Smart» wirkt billig und unecht, dadurch aber auch Comic-authentisch. So wird das marode Hauptquartier des Geheimdienstes TIA, was auf spanisch «Tante» bedeutet, ebenso überzeugend rückständig präsentiert, wie die gesamte Stadt. Bei den Effekten hätten die Macher aber einen draufsetzen können. So jagt Dr. Bakterius zu Beginn eine schön computeranimierte Mücke, solche Spielereien bleiben aber selten; gerade die bei Fans beliebten Verkleidungen von Fred Clever werden zu selten in Szene gesetzt - so ist er zwar als Statue oder Footballspieler zu sehen, doch absurdere Verkleidungen bleiben die Macher schuldig.

    Zudem stört die unpassende Synchronisation der beiden Hauptfiguren. Während Muskulus mit der Synchronstimme Arnold Schwarzeneggers schon akustisch Respekt einflößt, blödeln Clever und Smart mit den Stimmen von Erkan und Stefan durch den Film. Der schnoddrige Ton der beiden Kanaksprachen-Erfinder passt so gar nicht zum bieder-unbeholfenen Auftreten der beiden Agenten.

    Die Lacher werden zumeist durch absurde Gewaltszenen oder aberwitzige Handlungen provoziert, Sprachwitz ist selten. Wer gehobene Unterhaltung sucht, wird sich kaum in eine Vorstellung von «Clever Smart» verirren; Fans von Blödelhumor und der Comicserie dürften aber möglicherweise ihren Spaß haben.

    dpa

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