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  • Kritik: Chinas teuerster Film aller Zeiten

    Es gibt Filme, die sprechen eine ganz eigene Klientel an. Dazu gehören Horrorfilme, die derzeit Konjunktur haben, und Fantasy-Filme. Wer mit diesem Genre nichts anfangen kann, wird auch bei Chen Kaiges neuem Film «Wu Ji - Die Reiter der Winde» eher kopfschüttelnd im Kinosessel sitzen.

    Man muss schon ein besonderes Faible für Martial Arts, Heldenepos und Zaubergeschichten haben. Das Rittermärchen im Stil der chinesischen Wuxia-Kultur ist mit einem Budget von 35 Millionen Dollar die teuerste chinesische Kinoproduktion aller Zeiten. Chinas Kinos feierten Rekord-Besucherzahlen.

    «Ich selbst interessiere mich eigentlich nicht für Martial Arts», sagte Regisseur Chen Kaige bei der Präsentation seines Films auf der diesjährigen Berlinale. «Aber es ist nun einmal ein Teil der traditionellen chinesischen Kultur und hat in diesem Fall geholfen, die Charaktere der Geschichte zu transportieren. Das chinesische Publikum glaubt noch an Helden: Sie sind es, die für soziale Gerechtigkeit sorgen.»

    «Wu Ji» ist weniger mit anderen Kaige-Filmen - darunter der Welterfolg «Lebe wohl, meine Konkubine» - zu vergleichen als vielmehr mit anderen asiatischen Helden-Dramen wie «Hero» von Zhang Yimou oder «Tiger und Dragon» von Ang Lee. Gleichwohl tragen die opulenten Bilder und poetischen Dialoge Kaiges Handschrift. «Wir sind verrückt danach, schöne Bilder zu entwickeln», sagte Kaige auch im Namen seiner Filmkollegen, mit denen er zur so genannten fünften Generation des chinesischen Kinos gehört.

    Der farbenprächtige Film erzählt die Geschichte der armen Waise Qingcheng (Cecilia Cheung), dem schönsten Mädchen des Landes, das einen folgenreichen Pakt mit einer Zauberin eingeht: Für ein Leben in Reichtum und Glanz, das Qingcheng die Bewunderung aller Männer einbringt, soll sie niemals Glück erfahren oder die Liebe ihre Lebens entdecken können. All ihre Liebschaften enden in einer Tragödie. Der Zauber soll erst brechen, wenn das scheinbar Unmögliche geschieht: wenn Schnee im Frühling fällt und Tote zum Leben erwachen. Dazwischen metzeln sich Soldaten in roter Rüstung gegenseitig ab, ein Sklave (Jang Don-Kun) mit übermenschlichen Kräften rettet einen mächtigen General (Hiroyuki Sanada), und beide verlieben sich in Qingcheng.

    Sind wir Schachfiguren unseres Schicksals oder können wir frei entscheiden? lautet die nicht besonders einfallsreiche Grundfrage der Geschichte. «Du kannst dein Schicksal positiv beeinflussen, wenn du bereit bist, dich selbst zu ändern», meinte Kaige, der an die moralische Kraft von Glauben und Religion glaubt. Mit dem Kostümspektakel «Wu Ji» hat Kaige einen neuen Weg in seiner Arbeit eingeschlagen. «Für mich war es wichtig, mich zu ändern», erzählte er. Entscheidend sei aber bei allem, was er mache, «meiner Meinung und meinem Ärger über soziale Missstände Ausdruck zu verleihen». Die schwache Dramaturgie wird dem sozialkritischen Anspruch Kaiges, der auch das Drehbuch schrieb, jedoch nicht gerecht.

    «Wu Ji» folgt den Konventionen des Genres und ist mit seinen Kampfkunst-Szenen, den Spezialeffekten und mythischen Bildern sicherlich ein sehenswertes Spektakel für Liebhaber asiatischen Fantasy-Kinos, wenn auch die digitale Technik hinter den Leistungen, die man aus Hollywood gewöhnt ist, etwas hinterherhinkt. Bei aller Kritik bleibt aber am Ende zumindest in einer Hinsicht ein durchaus positiver Eindruck zurück: Die Farben und Bilder des Films sind überaus faszinierend und entführen den Zuschauer für zwei Stunden in eine blütenreiche Zauberwelt.

    dpa

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