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  • Kritik: China vor 2.200 Jahren

    Chen Kaige kehrt mit einem 163 Minuten langen Epos der chinesischen Vergangenheit in die deutschen Kinos zurück. In "Der Kaiser und sein Attentäter" vereint der 47 Jahre alte chinesische Regisseur Kampfszenen, Hofintrigen, Liebe, einen psychopathischen Herrscher und auch ein wenig Humor. Nach den Filmen "Lebewohl meine Konkubine" und "Verführerischer Mond", die in diesem Jahrhundert spielen, setzt sich Kaige mit der Frühzeit seiner Heimat vor 2.200 Jahren auseinander.

    Kaige verzichtet in seinem neuen Werk auf tragende Symbolik wie zuletzt bei "Verführerischer Mond". Der Film "ist eine Charakterisierung und keine historische Rekonstruktion", sagt der Regisseur. An der Geschichte hätten ihn am meisten die Figuren beeindruckt: "Es sind Menschen, die ihr Zeichen in den Annalen der chinesischen Geschichte hinterlassen haben."

    In der Besetzung der Hauptrollen greift Kaige auf einen bewährten Stab zurück. Die 34-jährige Gong Li übernimmt die Rolle der Konkubine Lady Zhao, nachdem sie schon in den letzten beiden Kaige-Filmen mit von der Partie war. Zuletzt war sie in dem Streifen "Chinese Box" als Edelprostituierte an der Seite von Jeremy Irons zu sehen. Zhang Fengyi, der in dem neuen Streifen als Auftragsmörder Jing Ke zu sehen ist, spielte zuletzt in Kaiges "Lebewohl meine Konkubine". In die Rolle des späteren ersten Kaisers von China, König Ying Zheng, schlüpft Li Xuejian, der zum ersten Mal für Kaige vor der Kamera steht.

    230 Jahre vor Christus versucht König Ying Zheng zu erreichen, was in 500 Jahren Leid und Krieg noch keiner geschafft hat: Er will die restlichen sechs Reiche Chinas unterwerfen und als Kaiser über ein vereintes Imperium herrschen. Seine Konkubine Lady Zhao unterstützt ihn zunächst. Sie engagiert einen professionellen Mörder, um ein fingiertes Attentat auf den König zu verüben. Damit soll der König einen Kriegsgrund gegen eines der chinesischen Teilreiche erhalten.

    Doch der König verfällt seinen Großmachtsvisionen und wird zum wilden Kriegsherrn. Zudem entdeckt er das dunkle Geheimnis seiner Herkunft: der spätere erste Kaiser Chinas ist ein Bastard. Seine Konkubine in der Provinz wird Zeugin der immer grausameren Taten des Königs: Im Blutwahn überrennen dessen Armeen ein Volk nach dem anderen. Um ein Volk auszulöschen, lässt er sogar alle Kinder lebendig begraben. Jetzt will die Konkubine, dass der Attentäter Jing Ke, mit dem sie inzwischen in tiefer Freundschaft verbunden ist, den König tatsächlich tötet. So versucht sie, China vor dem Wahnsinnigen retten.

    Kaige zeigt beeindruckende Landschaftsaufnahmen seiner Heimat und Bilder aus dem eigens für den Film rekonstruierten Königspalast. Vor allem stehen aber gewaltvolle Kampfszenen im Vordergrund. So ist spritzendes Blut in Nahaufnahme ebenso zu sehen wie Leichenberge toter Kinder. Der Film wurde bei den diesjährigen Internationalen Filmfestspielen in Cannes mit dem "Großen Preis der Technik" ausgezeichnet.

    Matthias Schröter, dpa

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