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  • Kritik: Catherine Deneuve

    Der "Place Vendome" im Zentrum von Paris ist eine der Renommieradressen im internationalen Diamantenhandel. Hier lassen sich betuchte Kunden ausgefallene Schliffe und Karatzahlen einiges kosten. Und hier starten auch die Verwicklungen des gleichnamigen französischen Films von Nicole Garcia.

    Glanz und Glitzer im angesehenen Juweliergeschäft von Vincent Malivert finden ein jähes Ende, als sich der verzweifelte Eigentümer umbringt. Aus finanzieller Not hatte er sich auf den Handel mit gestohlenen Diamanten eingelassen. Doch seine Kollegen waren dem schlimmsten Verbrechen gegen die Berufsehre in der Luxus-Branche auf die Spur gekommen. Malivert läßt seine depressive, trinkende Frau Marianne zurück, prächtig gespielt von Catherine Deneuve. Der Handel mit gestohlenen Diamanten kostete die ehemalige Juwelierin vor Jahren ihren Job. Aufgerüttelt durch den Tod ihres Mannes, der ihr die gestohlenen Steine gezeigt hatte, steigt sie jetzt wieder ins Diamantengeschäft ein.

    Doch der Verkauf der Steine ist schwerer als Marianne vermutet hat. In Paris wie Antwerpen stößt sie bei ihren Kollegen auf eine Mauer des Schweigens. Die Ware ist zu heiß, denn sie ist für ein russisches Kartell bestimmt. Kurier in dessen Auftrag ist Battistelli (Jacques Dutronc), Mariannes verlorene Liebe. Ihrem damaligen Hehlerkomplizen trauert die stolze Frau nach, seitdem er sie in einer brenzligen Situation der Polizei überlassen hat. Marianne wird mit einer Enttäuschung konfrontiert, die ihre Karriere, ihr Vertrauen und ihre letzten Jahre zerstört hat.

    Die Selbstfindung und Wandlung Mariannes steht im Mittelpunkt von "Place Vendome". Catherine Deneuve erhielt dafür in Venedig den Goldenen Löwen für die beste weibliche Hauptrolle. Die Grande Dame des französischen Films brilliert einmal mehr als Charakterdarstellerin und dominiert den Streifen. Überzeugend zeigt sie die verschiedenen Stufen der Entwicklung Mariannes: Von der verletzten, stolzen und resignierten Ehegattin über die verschüchterte Patientin bis zur cleveren, harten Geschäftsfrau, die es noch einmal allen und auch sich selbst zeigen will. Am Ende kann sie als eine durchs Leben gereifte Frau wieder nach vorne schauen.

    Die Wandlung Mariannes wird einfühlsam von einer getragenen, melancholischen Filmmusik untermalt. "Place Vendome" ist mehr eine epische Erzählung denn eine Kriminalgeschichte im Diamantenmilieu. Einige Wirrungen und Komplikationen im Ablauf des Film scheinen gar ein wenig konstruiert.

    Emmanuelle Seigner ("Bitter Moon" von Roman Polanski) hat es trotz guter Darstellung schwer, als weiblicher Gegenpart zur Deneuve nicht allzu blaß zu wirken. Einnehmend ist dagegen Jaques Dutronc. Mit müdem, arroganten Blick mimt er den Außenseiter in der glitzernden, scheinheiligen Diamantenwelt - einem Metier, zu dem die Eitelkeit der Schlüssel ist, wie der Zuschauer in knapp zwei Stunden erfährt.

    Nicole Bastian, dpa

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