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  • Kritik: Bunt statt Beige

    Goldie Hawns Tochter hat es vorgemacht, jetzt entdeckt die 57-jährige Oscar-Gewinnerin selbst das Leben als Rock-Fan für sich. Anders als Kate Hudson in Cameron Crowes Road-Movie "Almost Famous" erlebt Hawn in "Groupies Forever" ihre zweite Blüte als Backstage-Feger.

    Zusammen mit Susan Sarandon haucht sie den "Banger Sisters" neues Leben ein: eine Reunion mit Paukenschlägen - nicht aber ohne Hindernisse. Das Regiedebüt von Drehbuchautor Bob Dolman ("Willow") strotzt nur so vor Charme, Witz und Heiterkeit.

    Eine hat sich zur Spießerin entwickelt

    Aus Lavinia (Susan Sarandon) ist eine spießige Anwaltsgattin geworden, die am liebsten Beige trägt. Als sie ihren Kindern eines Tages erzählt, dass sie früher des öfteren auf Rockkonzerte ging, können diese darüber nur lauthals lachen. Selbst ihr Mann hat keine Ahnung von der Sturm-und-Drang-Zeit seiner Frau. Was kaum einer weiß und wohl auch niemand für möglich halten würde: Einst galten Vinnie und Suzette (Goldie Hawn) als die schärfsten Groupies der Westküste, als "Banger Sisters" fielen sie über jeden Kerl her, der sein Haar zu Rockmusik schüttelte.

    Die wilde Vergangenheit würde weiterhin ruhen, hätte sich die gefeuerte, frustrierte und in Nostalgie schwelgende Suzette nicht auf den Weg gemacht, Lavinia zu besuchen, um die schöne Zeit zurückzuholen. Zwar sträubt sich diese anfangs dagegen: "Ich bin nicht mehr der Mensch, der ich mal war, denn der Mensch, der ich mal war, ist nicht der Mensch, der ich jetzt bin", sagt sie mechanisch. Schnell sieht sie aber ein, dass sie sich die ganze Zeit etwas vorgemacht hat. "Ich möchte ausgehen, aber alles, was ich habe, ist beige", jammert Lavinia. Beige als Farbe des Stillstandes; wie gut, dass mit Suzette wieder Farbe in ihr Leben kommt. Und mit der Farbe der Spaß - und die Probleme.

    Gelungene Komödie und melancholisch-tragische Erzählung zugleich

    Diese scheint Bob Dolman nicht zu kennen. "Groupies Forever" ist unbeschwertes Road-Movie, gelungene Komödie und melancholisch-tragische Erzählung zugleich. Die Dialoge sitzen, die Hauptdarstellerinnen gehen in ihren Rollen als Frauen, die sich weigern, sich der Midlife-Crisis zu ergeben, auf, als hätten sie gerade auf diese Geschichte gewartet. Wenn die "Banger Sisters" so wie früher gemeinsam auf Tour gehen und die Disco erobern, dann schwingt eine Portion jener Leichtigkeit mit, die vor mehr als zehn Jahren "Thelma Louise" so sehenswert machte. Damals überzeugte Susan Sarandon an der Seite von Geena Davis.

    Amüsant ist auch das Auftreten von Geoffrey Rush. Der spielt den neurotischen Hypochonder Harry - eine Zufallsbekanntschaft von Suzette -, der durch die Power des dynamischen Damen-Duos allmählich auftaut - ein weiterer Pluspunkt dieser witzigen Komödie mit Starbesetzung.

    Bernhard Blöchl, ddp

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