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  • Kritik: Bruce Willis als geläuterter Elitesoldat

    In einem Gotteshaus schlagen Rebellen ihren Opfern die Köpfe ab, vergewaltigen und misshandeln sie: Die Welt, in die Regisseur Antoine Fuqua ("Training Day") zwei Stunden lang entführt, gleicht der Hölle. Der Bürgerkrieg tobt in Nigeria, ein skrupelloser Diktator schickt seine Kämpfer aus, das Land zu säubern. Fuquas neuer Film "Tränen der Sonne" ist voll von Brutalität.

    Erzählt wird die Geschichte von US-Lieutenant A.K. Waters (Bruce Willis), der mit seiner Spezialeinheit auf das afrikanische Schlachtfeld geschickt wird, um die amerikanische Ärztin Dr. Lena Kendricks (Monica Bellucci) aus einer katholischen Dschungel-Mission zu evakuieren. Der Elitesoldat wirkt kalt und emotionslos und interessiert sich ausschließlich für seine Mission. Fuqua zeigt einen stoischen Bruce Willis, der trotz der vielen Nahaufnahmen unnahbar bleibt. Selbst in der Schlüsselszene des Films, als sich der Soldat gegen Befehlstreue und für Mitgefühl entscheidet, ist ihm die persönliche Wandlung nicht anzusehen.

    Düsterer Kriegsfilm im Stil von "Black Hawk Down"

    Waters macht kehrt, als er mit der Ärztin im Helikopter eigentlich gerade wegfliegen will: Lena Kendricks in Gestalt von Monica Bellucci - die auch im Schlamm nicht an Grazie verliert - hat ihn angefleht, nicht nur sie, sondern auch die Dorfbewohner vor den Rebellen zu retten. Aus der Luft sieht der Lieutenant, wie grausam diese inzwischen über das Hilfscamp der Ärztin hergefallen sind. Trotz seines strikten Befehls lässt er sich darauf ein, die Gruppe durch den Dschungel zur Grenze zu führen - nicht ahnend, dass ihm die Rebellen dichter auf den Fersen sind als er glaubt.

    Patriotischer, wenngleich ungeschönter Lobgesang auf das US-Militär

    "Tränen der Sonne" ist ein düsterer Kriegsfilm im Stil von "Black Hawk Down", ein patriotischer, wenngleich ungeschönter Lobgesang auf das US-Militär und gleichzeitig ein klarer Appell gegen Kriegsverbrechen. Der Regisseur setzt auf nicht enden wollende Feuergefechte im strömenden Regen, brutale Gewaltszenen und einen emotionalen, ethno-afrikanisch geprägten Soundtrack von Oscargewinner Hans Zimmer ("Gladiator").

    Die Charaktere sind oberflächlich gezeichnet. Bis zuletzt wartet der Zuschauer vergebens darauf, etwas über die Protagonisten und ihre Vergangenheit zu erfahren. Fuqua überlässt es ganz dem Publikum, die Wandlung des befehlsgebundenen Soldaten zum - am Ende als Beinahe-Krüppel gefeierten - Helden mit Herzblut zu begreifen.

    Produktion wurde offiziell von der US-Navy gefördert

    Die Produktion wurde offiziell von der US-Navy gefördert und sollte denn auch eine Ehrerweisung an die "Navy SEALS"-Spezialeinheiten werden, jene am härtesten gedrillten Einsatzsondertruppen des amerikanischen Militärs. "Ich wollte einen Film machen, der einem unmittelbar vor Augen führt, dass da draußen Männer und Frauen beim Militär sind, die uns ermöglichen, in Ruhe unseren Kaffee zu trinken, während sie irgendwo kämpfen und sterben, und wir noch nicht mal ihre Namen kennen", sagt Fuqua.

    In den USA schaffte es der Kriegsthriller nicht, Bruce Willis als Actionheld zu rehabilitieren. Nach dem Weltkriegs-Epos "Das Tribunal" aus dem vergangenen Jahr wurde auch Fuquas 75 Millionen Dollar teures Werk nur mäßig angenommen.

    Bernhard Blouml;chl, ddp

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