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  • Kritik: BroadwayKlassiker von Mel Brooks

    Es mag an einem schönen Theaterabend nichts Ärgerlicheres geben, als von der letzten Reihe im Rang auf die kleinen Bühnenfiguren zu blinzeln. Das könnte sich Regisseurin Susan Stroman bei ihrer ersten Filmarbeit gedacht haben.

    So hautnah sind ihre Darsteller in dem inzwischen schon legendären Musical «The Producers» von Mel Brooks. Nach dem Kinofilm von 1968 mit Gene Wilder und Zero Mostel und Stromans preisgekrönter Bühnenshow kommt die herrlich schräge Broadway-Komödie mit der Unterzeile «Frühling für Hitler» am 16. März ganz farbenreich wieder auf die Leinwand.

    Diese Musicalversion über das Theatermachen lebt vor allem durch Uma Thurman («Kill Bill»), die als ehrgeiziges Showgirl Ulla eine schwedische Sexbombe singt und tanzt, und durch die schreiend komischen Auftritte jeder Menge schrulliger Tunten. Ulla und die schwulen Showstars sind die ahnungslosen Akteure in dem absurden Broadway-Stück «Frühling für Hitler», das möglichst nach der Premiere gleich wieder abgesetzt werden soll. So jedenfalls wünschen es sich der durchtriebene Theaterproduzent Max Bialystock (Nathan Lane) und sein blasser Buchhalter Leo Bloom (Matthew Broderick).

    Die beiden machen sich auf, mit den größten Versagern des New Yorker Showbiz das schlechteste Musical aller Zeiten auf die Bühne zu bringen. Damit wollen Max und Leo, so abwegig das scheint, einen Millionencoup landen. Sie überreden also den psychopathischen Drehbuchschreiber und unverbesserlichen Hitler-Verehrer Franz Liebkind (Will Ferrell), sein Stück selbst zu spielen. Sie gewinnen den divenhaften Regisseur Roger deBris (Gary Beach) und seine männliche Assistentin Carmen Ghia (Roger Bart) - die sich im übrigen mit dem Kinofilm nun selbst ein Denkmal setzen. Bart und Beach stehen mit komödiantischem Glanz Lane, der in dem Käfig-voller-Narren-Remake «The Birdcage» zu sehen war, in nichts nach.

    Als einstiger König des Broadway becirct, begrabscht und tröstet Max vergreiste, aber reiche Witwen, die ihm willig Bares und Schecks für die geschmacklose Produktion überlassen. Neben den vielen Gesangs- und Tanzeinlagen gibt es auch ein abgefahrenes Seniorinnen-Ballett mit Gehhilfen auf New Yorks Straßen. Die Schnorrerei bringt weit mehr Geld als nötig. Und Max und Leo sehen sich schon, wie sie sich nach dem Flop mit den Millionen auf und davon machen. Doch das Unmögliche wird wahr: «Frühling für Hitler», diese aberwitzige Parodie auf einen schwulen Führer mit einer Revue voller Tänzer in Nazi-, Perlen-, und Panzerkostümen, entpuppt sich als Riesenhit. Und damit fangen Max' und Leos Probleme erst richtig an.

    Ob in Max' Büro, auf der Bühne, im Gefängnis oder im Gericht, Regisseurin Stroman arbeitet fast durchweg mit Nahaufnahmen. Die Kamera haftet an den singenden und Grimassen schneidenden Gesichtern, deren wunderbar glattes Spiel tausende Zuschauer schon am Broadway erlebten. Lane, Broderick, Bart und Beach hatten die Show hier 2001 eröffnet. Stroman drehte die Kinofassung nun in der nachgebauten 50er-Jahre-Version der 44. Straße und der Shubert Alley. «Wir sind eine Broadway-Story, es hätte Herzen gebrochen, diesen Film nicht in New York zu drehen», sagt Mel Brooks. Entstanden ist trotz einiger Längen in den 134 Minuten ein zotenreiches und - vor allem im Englischen dank Brooks' brillanter Wortspiele - amüsantes Kinoereignis, das sogar im Abspann reich an Späßen ist.

    dpa

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