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  • Kritik: Britischer Humor und Patrick Swayze

    Dass sich Patrick Swayze nach einer längeren Durststrecke in einer relativ kleinen britischen Komödie wiederfinden würde, daran hätte der «Dirty Dancing»-Star vor ein paar Jahren sicherlich kaum selbst geglaubt. Doch er macht seine Sache gut und überraschend selbstironisch.

    In «Mord im Pfarrhaus» spielt der Superstar der späten 80er und frühen 90er Jahre einen Sex-besessenen amerikanischen Golflehrer in der englischen Provinz, der mit der Frau des Vikars nach Mexiko durchbrennen will.

    Überhaupt ist die Besetzung das wirklich Sehenswerte an dem Film von Niall Johnson: Rowan Atkinson («Mr. Bean») hat als Pfarrer, der ganz von seiner Arbeit absorbiert wird, natürlich seine hilflos komischen Szenen. Doch er gibt seiner Figur in ihrer Isolation mitten in einer hilfsbedürftigen Familie auch Tiefe und Verletzlichkeit. Kristin Scott Thomas («Der englische Patient»), eine Meisterin der dramatischen Fachs, verkörpert in Tweedhosen und Strickpullis die ganze Tragödie einer frustrierten Ehefrau, die jeden Strohhalm als Ausweg aus ihrem langweiligen Dasein ergreifen würde. Und die große alte Dame Maggie Smith, seit Jahren in allen «Harry Potter»-Filmen sehr gut im Geschäft, glänzt als «Perle» des Hauses, die ein düsteres Geheimnis zu wahren hat - und einen absolut kriminellen Ehrgeiz entwickelt, um die Probleme im Pfarrhaus zu lösen.

    Denn in ihrer Rolle als Haushälterin Grace hat Maggie Smith nur ein Ziel: Sie möchte endlich jene heile Welt auf dem Land erleben, von der sie als junge Frau geträumt hat. Leider standen damals ein untreuer Ehemann und dessen Geliebte diesem Traum im Wege. Die endeten tot im Koffer, Grace als verrückte Mörderin hinter Gittern. Doch Grace hat nach wie vor ein ganz profanes Verhältnis zum Töten. Wer stört, muss weg. Dass diese Art von Fürsorge für eine krisengeschüttelte Familie durchaus heilsam sein kann, sorgt für den makabren Humor des Films.

    Doch zurück zu Patrick Swayze: Der hat sichtlich Spaß an seiner Nebenrolle als schäbiger Lover der Mutter, der sich nachts an das Haus schleicht, um auch noch deren Tochter beim Ausziehen am Fenster zu filmen. Das Testosteron quillt ihm aus den Cowboystiefeln, er posiert im glitzernden String-Tanga, schreckt vor keiner Peinlichkeit zurück - und endet, wie vor ihm schon andere, im Gartenteich des Herrn Vikar.

    VKarin Zintz, dpa

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