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  • Kritik: Brassed Off - Mit Pauken und Trompeten:

    Leipzig (AP) Yorkshire, 1992. Die Arbeit in der Kohlemine und die traditionsreiche Blaskapelle bestimmen das Leben der Menschen in der kleinen nordenglischen Gemeinde Grimley. Doch eines Tages ist nichts mehr so, wie es einmal war. Die konservative Regierung unter Margaret Thatcher läßt die Zeche schließen. Für die Dorfbewohner beginnt ein Kampf ums Überleben. Die Kumpel verlieren das Interesse an ihrer einst so geliebten Grimley Brass Band.

    Dreizehn Jahre nach dem großen Grubenstreik in Großbritannien erzählt Regisseur Mark Herman in seiner Tragikkomödie "Brassed Off - Mit Pauken und Trompeten" die Geschichte vom Untergang einer Blaskapelle, deren tragisches Ende mit der Zechenschließung besiegelt wird. Trotz all der Jahre hat der Film, der am 2. Oktober in den deutschen Kinos anläuft, nichts an Aktualität verloren. Schonungslos übt er Kritik an der Sparpolitik der Thatcher-Regierung, die mit der Schließung von insgesamt 140 Zechen etwa eine Viertelmillion Menschen auf die Straße katapultierte.

    Mit eindringlichen Worten und mit Hilfe der Musik drücken die Menschen in Grimley ihre Resignation und Perspektivlosigkeit aus. Allen voran trägt Dirigent Danny, überzeugend dargestellt von Pete Postlethwaite, das Herz auf der Zunge. Der durch die harte Arbeit unter Tage stark angegriffene Kopf der Band verkraftet die Schließung der Zeche nicht und bricht zusammen. Ohne sein Engagement droht das Orchester unterzugehen. Sein Sohn Phil traut sich nicht, dem Vater die erschütternde Nachricht im Krankenhaus zu überbringen.

    Denn der Kranke lebt noch immer von der Hoffnung, die Grimleys könnten den nationalen Blasmusik-Wettbewerb in der Londoner Royal Albert Hall gewinnen. Nach vielen Rückschlägen schöpfen die Kumpel schließlich wieder Mut und schaffen es tatsächlich, im Endausscheid die Konkurrenz hinter sich zu lassen. Danny weist jedoch den Siegerpokal zurück und hält eine bewegende Rede. Er nutzt das Podium, um in aller Deutlichkeit mit der Thatcher-Regierung abzurechnen: "Wenn es um Wale ginge, wären alle schon längst auf den Barrikaden. Aber hier geht es ja nur um einfache Menschen."

    Der Schauspieler weiß, wovon er spricht. Postlethwaite stammt ebenso wie Jim Carter, der seinen verzweifelten Gegenpol darstellt, selbst aus dem Norden Englands. Er kennt die Nöte, aber auch die große Seelenstärke der Menschen in diesem Landstrich. Dies trifft auch auf Regisseur Mark Herman zu. Er versteht es, den Zuschauer voll ins Geschehen - in die Leiden und bescheidenen Freuden der Dorfbewohner - einzubeziehen. Die Grimley Colliery Brass Band spielt sich den Frust von der Seele.

    Musik dient in dem Film als Mittel, um Trauer und Wut, aber auch Hoffnung und Freude auf etwas andere Art zu zeigen. Wer sich jedoch unter "Brassed Off" einen Musikfilm vorstellt, wird enttäuscht sein. Trotz "Pauken und Trompeten" ist Hermans Film eher ruhig und gefühlvoll. Das Melodrama rührt die Herzen der Zuschauer - ganz egal, was man von Blasmusik und der Politik des Königreiches hält.

    Von AP-Korrespondentin Susann Huster

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