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  • Kritik: "Bogus".

    Hamburg (dpa) - Was man nicht sieht, das ist auch nicht da. Nach dieser trocken-realistischen Devise lebt die Geschäftsfrau Harriet (Whoopi Goldberg) - bis ihre beste Freundin bei einem Unfall stirbt und Harriet widerwillig deren verträumten Sohn zu sich nimmt.

    Von Magie und Phantasie erzählt Norman Jewison ("Mondsüchtig") in seinem neuem Film "Bogus", der am Donnerstag in die Kinos kommt. "Bogus", im amerikanischen für Täuschung, Humbug, Gaukelei, heißt auch die Hauptfigur des Films, und Gerard Depardieu spielt den unwirklichen Helden so gelöst und nonchalant, daß dagegen sogar Whoopi Goldberg blaß wirkt.

    Der siebenjährige Albert ("Forrest Gump Jr." Haley Joel Osment) wächst zwischen Magiern, Illusionisten und Showgirls in Las Vegas auf. Er kann auch schon ein bißchen zaubern. Als seine Mutter bei einem Autounfall stirbt, will ihn jedoch niemand aus der großen Künstlerfamilie haben. Albert kommt ins feindliche, kalte New Jersey zu einer ihm völlig unbekannten Schwarzen. Die vielbeschäftigte, emotional verkümmerte Unternehmerin hatte ihre Freundin Jahre nicht gesehen. Und so ist Harriet schockiert, als sie von deren Tod erfährt - und davon, daß sie den kleinen Sohn "geerbt" hat.

    Doch Albert ist genauso unglücklich. Um der Tristesse zu entkommen, schafft er sich mit der Kraft seiner Phantasie einen Gefährten: "Bogus" ist laut Drehbuch "monumental, gewaltig, unglaublich, kolossal, überwältigend", und der hünenhafte Depardieu mit seinem 47jährigen Kindergesicht entspricht der Vorgabe auf das Schönste. Harriet hält den Kleinen, der mit sich selbst zu reden scheint, indes für reichlich sonderbar. Denn sie kann seinen großen Freund nicht sehen: Das vermag nur, wer Phantasie und Vertrauen hat. Nach viel Streit und Frust aber kommt die spröde Geschäftsfrau wieder mit ihrem inneren Kind in Berührung: Ihre Augen öffnen sich.

    Zauberhafte und doch simple Tricks, bunte Bilder aus den Shows von Vegas und gute Schauspieler machen "Bogus" zu einem heiter- anrührenden Kinospaß, der gut in die besinnliche Vorweihnachtszeit paßt. Die Botschaft in alledem heißt: Bewahrt das Kindliche in Euch, spielt mal wieder, und seht nicht alles so verbissen. Und angesichts von großen Gefühlen, kleinen Zaubereien und dem furchtlosen Umgang mit Kitsch dürften bei so manchem Kinobesucher auch ein paar Tränen der Rührung fließen.

    Von Fatina Keilani, dpa

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