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  • Kritik: Böse Komödie

    Das eigene Haus im Grünen: Dieser Wunsch führt den Wiener Angestellten Herbert Krcal und seine Frau Margit an den Rand des Abgrunds. Das Traumhaus entpuppt sich als Bauruine, die Schulden lassen das Ehepaar nachts nicht mehr schlafen. Und dann schlummert auch noch ein dunkles Geheimnis unter den Fundamenten.

    Der österreichische Film "Hinterholz 8" ist eine böse Komödie und zugleich eine Satire über kleinbürgerliche Häuslebauer. In Österreich selbst gilt der Streifen (Regie: Harald Sicheritz) als die erfolgreichste einheimische Kino- Produktion der vergangenen Jahre.

    Bei einem Spaziergang im Wienerwald entdecken die braven Eheleute Herbert (Roland Düringer) und Margit (Nina Proll) ein verwunschenes Bauernhaus - auf den ersten Blick das perfekte Eigenheim. Der Kaufvertrag mit dem zwielichtigen Bürgermeister Kandler (Herwig Seeböck) ist viel zu schnell unterschrieben, ein windiger Bankangestellter (Alfred Dorfer) rechnet den nicht gerade wohlhabenden Krcals das Blaue vom Himmel herunter.

    Als beim Tapezieren der Putz von der Wand bröckelt und der Schornstein durch das morsche Dach bricht, wird den Kcrals klar: Ihr Haus muß von Grund auf saniert werden. Bedauerlicherweise hat Herbert zwei linke Hände und schon Probleme dabei, für Sohn Philipp (Rudolf Rohaczek) ein Lego-Haus zu bauen. Die Arbeitskollegen Meier (Wolfgang Böck) und Sepp (Reinhard Nowak) sind zwar geschickter. Sie kommen aber lieber nur auf ein Bier vorbei, statt mit anzufassen.

    Die Renovierung treibt die kleine Familie schließlich in den Ruin. Ausgenutzt von falschen Freunden, von Frau und Kind verlassen und von brutalen Geldeintreibern verprügelt, sitzt Herbert am Heiligabend vor seiner Bauruine. Die Verzweiflung treibt ihn zum Äußersten ...

    Viel schwarzer Humor und bissige Dialoge treiben die Handlung voran. Das Autoren-Duo Düringer/Sicheritz hat es dabei nicht auf schenkelklopfende Heiterkeitsausbrüche abgesehen. Die Zuschauer dürfen vielmehr befreit auflachen, denn die Geschichte der Krcals ist so realistisch erzählt, daß sie der Wirklichkeit beklemmend nah kommt. Damit auch das deutsche Kino-Publikum auf seine Kosten kommt, sind die österreichischen Dialoge auf Untertiteln nachzulesen.

    Die tragisch-komische Geschichte feierte bereits als Kabarett- Stück Erfolge. Düringer wurde dafür 1994 mit dem "Österreichischen Kleinkunstpreis" ausgezeichnet. Auch bei den Kino-Zuschauern im ganzen Land hat die Realsatire "Hinterholz 8" offenbar den richtigen Nerv getroffen. Der Film lag in den österreichischen Kino-Charts des vergangenen Jahres gleich hinter "Titanic" auf Platz Zwei.

    Nicola de Paoli, dpa

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