40.000
  • Startseite
  • » Kritik: Bob Rafelsons "Blood Wine" mit Jack Nicholson
  • Kritik: Bob Rafelsons "Blood Wine" mit Jack Nicholson

    Frankfurt/M (AP) In Miami scheint die Sonne fast immer. Und am schönsten ist es dort, wenn man die Taschen voller Geld hat. Der Weinhändler Alex Gates ist aber nur noch reich an Schulden. Dieses Übel treibt ihn auf kriminelle Abwege, millionenschwerer Diamantschmuck verschwindet aus einem Tresor, und fünf Menschen rangeln um die kostbare Beute. Am Ende des amerikanischen Films "Blood Wine" sind drei davon mausetot, und der Besucher hat einen richtig guten Thriller gesehen. Die Eintrittskarte und 98 Minuten Zeit dafür sind eine gute Investition, die ab dem 6. Februar in den deutschen Kinos getätigt werden kann.

    Vor etlichen Jahren haben Regisseur Bob Rafelson und Hauptdarsteller Jack Nicholson (endlich wieder in absoluter Hochform) schon einmal einen Film zusammen gemacht, der in bester Erinnerung ist: Das Remake des Krimi-Klassikers "Wenn der Postmann zweimal klingelt" mit der berühmten Sexszene zwischen Nicholson und Jessica Lange auf dem Küchentisch. "Blood Wine" wird weit weniger Aufsehen machen, zumal dem bald 60jährigen Superstar solche erotischen Gymnastikübungen auch nicht mehr ohne weiteres zugemutet werden können. Immerhin legt Nicholson mit seiner schönen Geliebten einen flotten Samba im Hotelzimmer hin, der gut anzuschauen ist.

    Mit sichtlichem Vergnügen spielt Nicholson die Rolle des ständig über seine Verhältnisse lebenden Weinhändlers Alex Gates, der in ständiger Spannung mit seiner brutal vernachlässigten Ehefrau (Judy Davis) und seinem von dem patenten Stephen Dorff verkörperten Stiefsohn Jason lebt. Viel lieber ist er mit rassigen Exilkubanerin Gabriella zusammen. Jennifer Lopez macht in dieser Rolle in jeder Weise gute Figur auch ohne die sonst üblichen Nacktszenen. Diese junge Schauspielerin möchte man demnächst im Kino gerne wiedersehen.

    Weniger sympathisch ist eine andere Bekanntschaft von Gates, nämlich der professionelle Einbrecher Spansky. Dieser von den Drehbuchautoren sehr sorgfältig gezeichneten Figur gibt der elegante Brite Michael Caine unverwechselbares Profil. Caine und Nicholson sind als in die Jahre gekommene Herzensbrecher ein hochkarätiges Duo, und es macht Spaß, bei ihren bösen Spielen zuzuschauen. Daß schließlich einer von ihnen dran glauben muß, aber der andere keineswegs davonkommt, ist voraussehbar, doch deshalb kaum weniger reizvoll.

    Ansonsten gibt es in "Blood Wine" eine Menge überraschender Wendungen, die in der Regel sogar den Vorteil der Glaubwürdigkeit haben. Der Film enthält natürlich auch Actionszenen, aber sein Hauptvorzug ist die atmosphärische Dichte der Geschichte, die erzählt wird. Rafelson hat es dabei nicht so eilig wie mittlerweile die meisten seiner Kollegen, die Einstellungen über acht Sekunden bereits für Zuschauerüberforderung halten. Aber gerade das macht den Film zu einem selten gewordenen Thrillergenuß, den man sich nicht entgehen lassen sollte.

    Von AP-Korrespondent Wolfgang Hübner

    Ihre Fragen, Hinweise oder Kritik

    Onliner vom Dienst

    Redakteur

    Maximilian Eckhardt

    Mail | 0261/892743

    Abo: 0261/98362000

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Sonntag

    -5°C - 4°C
    Montag

    -2°C - 4°C
    Dienstag

    0°C - 4°C
    Mittwoch

    3°C - 6°C
    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Umfrage: Feiertagsruhe

    Ist es noch zeitgemäß, an etlichen Feiertagen Musik-, Sport- und Tanzveranstaltungen zu verbieten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!