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  • Kritik: Blutrünstiges Spektakel: "Braveheart"

    Während der Recherchen zu diesem Film fand Hollywood-Star Mel Gibson heraus, daß auch seine Vorfahren einst an der Seite von Sir William Wallace gekämpft haben, als der schottische Volksheld vor rund sieben Jahrhunderten gegen die Engländer rebellierte. Um so mehr fasziniert vom Thema, trommelte Gibson 70 Millionen Dollar zusammen für ein historisches Filmprojekt, bei dem er vor und hinter der Kamera stehen durfte.

    Der Frauenliebling und Actionheld verabschiedet sich in diesem düsteren mittelalterlichen Schlachtenepos von seinem Strahlemann-Image. Mel Gibson und sein Drehbuchautor Randall Wallace (nicht verwandt mit William Wallace) orientieren sich an den Aufzeichnungen des blinden Versdichters Blind Harry aus dem Jahre 1740, denen wiederum die Tagebücher des Kaplans Blair zugrunde lagen, der William Wallace fast ein Leben lang begleitet hatte. So entstand die für die Kinoleinwand breitangelegte Erzählung vom Nationalhelden William Wallace, der sich im späten 13. Jahrhundert bitter an den Engländern rächt, als seine Frau Murron (Neuentdeckung Catherine McCormack) von englischen Söldnern ermordet wird. Aus der Schlacht von Sterling als Sieger gegen die verhaßten Besatzer hervorgegangen, wird Wallace daraufhin von schottischen Adligen zum Ritter geschlagen. Doch irdischem Reichtum abgeneigt, hat der tugendhafte Wallace nur eins im Sinn: Er will die Engländer für immer aus seinem Land vertreiben. Mel Gibson ist als Actionheld berühmt geworden, und er bleibt sich treu. Er wollte zeigen, daß im Mittelalter brutal und schonungslos gekämpft wurde, so Gibson, und dies ungeschminkt und wirklichkeitsgetreu zeigen. So ließ er unter anderem 1700 Soldaten der Irish Army Reserve Forces aufmarschieren, die sich, streng durchchoreographiert, vor laufender Kamera gegenseitig erstechen, durchbohren oder erschlagen. Das gesamte, nicht enden wollende Schlachtgetümmel wird zwar in vorzüglichen Bildern eingefangen. Doch je länger die Schlachten dauern, desto mehr wird das Geschichtsepos zum Hau-drauf-Streifen. So bleibt Mel Gibson, was er eigentlich ist: ein hervorragender Actionheld, dessen stahlblaue Augen auch noch aus dem tiefsten Dreck beeindruckend leuchten. Als Geschichtenerzähler aber bleibt er blaß.

    "Braveheart" (USA) 1995. 177 Minuten. Freigegeben ab 16 Jahren. Startkopien: keine Angabe. Kamera: John Toll. Musik: James Horner. Darsteller: Mel Gibson, Sophie Marceau, Patrick McGoohan, Catherine McCormack, Brendan Gleeson.

    Copyright: DIE WELT, 5.10.1995

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