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  • Kritik: "BLUE JUICE"

    Die Vertreibung aus dem Paradies der ewigen Twens oder die Wiederentdeckung des Soul

    uch außerhalb des Internets wird noch gesurft, zum Beispiel an der Küste Cornwalls. Ein guter Platz für JC (Sean Pertwee), das Erwachsenwerden immer weiter hinauszuschieben. Aber: Der dreißigste Geburtstag droht, der Rücken ist lädiert, und aus den Zukunftsplänen seiner Freundin ist das romantische In-den-Tag-Surfen gestrichen. In Carl Prechezers Spielfilmdebüt "Blue Juice" werden vier Endzwanziger von der großen Welle erfaßt, die sie aus ihrem festgefahrenen Leben heraushebt. Auf daß sie mit einem unsanften "Willkommen im Leben" in der Wirklichkeit angespült werden. Ein deutscher Film würde unter soviel Symbolik ächzen, nicht so diese englische Komödie über die Vertreibung aus dem ohnehin maroden Paradies der ewigen Twens. Hier wird den strauchelnden Helden ein schmerzhaft-komischer Reifeprozeß verordnet. JC wird die Entscheidung über Lebensziele unerwartet abgenommen, als seine Londoner Freunde aufkreuzen. Nämlich: der erfolgreiche, von allen Wurzeln abgeschnittene Techno-Producer Josh, dem eine folgenreiche Begegnung mit authentischem Soul bevorsteht. Gelegenheitsdealer Dean, den der Ehrgeiz, bei einem Boulevardblatt unterzukommen, zu einer Kamikaze-Aktion in den blauen Fluten treibt. Und der phlegmatische Terry, bislang nur noch auf Hochzeit und TV-Programm fixiert, der auf Ecstasy in eine völlig neue Dimension abhebt. Alles wird anders im Laufe dieses Junggesellenausflugs, bei dem kein Stein auf dem anderen bleibt. "Blue Juice" ist ein kleiner Film. Dank unverbrauchter Locations und Gesichter ist er authentischer und näher an lebendiger Popkultur zwischen Techno und Soul als alle prominent besetzten Mainstream-Beiträge zum großen Generation-Zwanzig-Thema "Reality Bites".

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