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  • Kritik: Blasser Held auf dem "Planet der Affen"

    Die Masken sind die Attraktion des Films

    Denn Burtons Film leidet nicht nur an einem mittelmäßigen Drehbuch, sondern auch an einem blassen Hauptdarsteller. Mark Wahlberg überzeugt nur zu Beginn als Captain Leo Davidson, der in einer großen Weltraumstation Schimpansen für gefährliche Missionen ausbildet. Bei einer dieser Missionen geht der Kontakt zum eingesetzten Schimpansen verloren, was Davidson zu einer Rettungsaktion auf eigene Faust veranlasst.

    Doch er gerät mit seinem Ein-Mann-Raumschiff in einen elektromagnetischen Sturm und wird weit ins All hinausgeschleudert. Schließlich landet er auf einem unbekannten Planeten mitten im unwegsamen Urwald, wo ihm sogleich ein Häuflein fliehender Menschen entgegenstürzt, allen voran Kris Kristofferson mit zotteligen Haaren und hinter ihm Estella Warden wie eine neue Raquel Welch. Die Gruppe ist auf der Flucht vor einer Horde großer, Furcht erregender, der Sprache mächtigen Affen, die in dieser Welt die Herren sind und sich Menschen als Sklaven halten.

    Als Davidson zum Anführer der versklavten Menschen, einer Art Spartacus, aufsteigt, wirkt Wahlberg vollends überfordert. Sein Gesichtsausdruck wird immer einfältiger. Wahlberg lässt, kurz gesagt, das Charisma eines kämpfenden Helden vermissen, das Charlton Heston in der Urfassung besaß. Überzeugender sind schon die Affen geraten: unter anderem Tim Roth, in der Rolle des grausamen Generals Thade kaum zu erkennen; Helena Bonham Carter als Schimpansenweibchen Ari, das sich für die Rechte der unterjochten Menschen einsetzt, oder Paul Giamatti als gerissener Sklavenhändler Limbo.

    Ihre erstaunlich bewegliche Maske ist das Werk des Make-up-Spezialisten Rick Baker. Ein spezieller Trainer übte die affenartigen Bewegungen mit ihnen ein, und um ihre Sprünge zu beschleunigen, wurden die Akteure an unsichtbaren Schnüren gezogen. Etwas mehr Aufwand hätte man sich hingegen für das Drehbuch gewünscht, das allerdings neben einigen witzigen Einfällen zum Verhalten der Affen mit einem verblüffenden Ende aufwartet; ähnlich dem alten Film.

    Sonst dominieren leider die Verfolgungsjagden, wie man sie gerade aus "Jurassic Park III" in unguter Erinnerung hat. Dem Film fehlt eben auch der zeitgeschichtliche Hintergrund von 1968. Damals spaltete der Vietnamkrieg Amerika in zwei Lager. Es ging um die Rechtfertigung eines Krieges und um die Berechtigung von Revolten und Revolutionen und im Ost-West-Konflikt um ein mögliches Ende der Zivilisation im atomaren Inferno. Burtons Neufassung schlägt einen gefälligeren Ton an. Ihr Hintergrund ist die Globalisierung: sie wirbt für Toleranz. Viel Aufwand für eine solch schlichte Botschaft.

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