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  • Kritik: Bitter-böses Weihnachts-Märchen

    Zarte Schneeflocken liegen wie eine Zuckerguss- Schicht über dem kleinen, malerischen Bergdörfchen Whoville, das kitschig im Glanz von knallig-bunten Lichter-Ketten erstrahlt. Die Weihnachtsvorbereitungen laufen dort auf Hochtouren. Geschäftig sortiert der Postbeamte (Bill Irvin) die liebevoll verschnürten Geschenk-Päckchen, die stapelweise vom Förderband laufen. Nur der niederträchtige Grinch (Jim Carrey) beäugt missmutig das kunterbunte Treiben der zwerg-nasigen Dorfbewohner, denen er das freudige Fest gründlich verderben möchte.

    In dem bitter-bösen Weihnachts-Märchen "Der Grinch" des amerikanischen Regisseurs Ron Howard ("Eine Wahnsinnsfamilie", "Apollo 13") brilliert der Vollblut-Komiker Jim Carrey als ein pelziges, penetrantes Höhlenmonster, das auszieht, um das Weihnachtsfest zu stehlen: griesgrämig, gemein, grinchig.

    Die Geschichte vom "Grinch" basiert auf dem amerikanischen Kinderbuch-Klassiker von Dr. Seuss, der mit seinen skurrilen Stories schon seit 1937 ganze Generationen begeistert. Die Bücher von Theodor Seuss Geisel avancierten allesamt zu Bestsellern und wurden weltweit in achtzehn Sprachen übersetzt. Obwohl Hollywood den Erfolgs-Autoren regelrecht bekniete, gab er jahrzehntelang keines seiner Werke zur Verfilmung frei. Nach seinem Tod gelang es dem Regisseur Ron Howard und seinem Produzenten Brian Grazer, die Witwe Audrey Geisel von einer Leinwand-Adaption zu überzeugen - auch mit den Möglichkeiten der modernen Computertechnik.

    Während der Dreharbeiten zu dem Film "Der Mondmann" musste Jim Carrey ihr eine persönliche Vorstellung vom "Grinch" geben. "Als Audrey Geisel am Set erschien, brachte Ron Howard stotternd hervor, dass ich die Rolle des Grinch' spielen könnte", grinst der Hollywood- Star schelmisch. "Daraufhin verzog sie zunächst skeptisch die Miene. Ich war sehr aufgeregt. Doch nach meiner kurzen Performance gab sie uns schließlich ihre Zusage."

    Als extreme Herausforderung gestalteten sich für Jim Carrey die viermonatigen Dreharbeiten zu diesem schrägen Weihnachts-Spektakel. Jeder Morgen begann mit einer dreistündigen Make-Up-Sitzung. Neben einem elastischen Lycra-Anzug, auf dem grüne Haare einzeln aufgenäht waren, bekam er Kontaktlinsen, falsche Zähne und eine Gummi-Maske verpasst. "Ich habe diese Rolle wirklich gerne gespielt, aber das Make-Up war die reinste Qual", stöhnt Jim Carrey. "Ich bin morgens immer eine halbe Stunde zu spät gekommen, um mich mental auf diese Tortur vorzubereiten. In diesem Kostüm musste ich mir jedes Mal bewusst machen, dass ich überhaupt noch am Leben bin."

    Gigantischen Aufwand erforderte auch die Errichtung des Whoville- Sets in den Universal-Studios. Für den Bau des Städtchens setzten die Produktions-Designer 57.000 Kubikmeter Styropor, 8.000 Ornamente, 52.000 Weihnachtskerzen und acht Kilometer Elektro-Kabel ein. In einem der Ateliers entstand ein fast siebzehn Meter hoher Berg aus Styropor, von dem im Film eine rasante Schlittenfahrt ausgeht. Allein für diese Sequenz kreierten die Künstler von Digital Domain 150 visuelle Effekte. Neben der verträumten Berglandschaft wurde sogar ein Teil der Dorfbevölkerung digital im Computer generiert.

    In seiner abenteuerlichen Weihnachts-Komödie "Der Grinch" gelingt es Ron Howard, die fantastische Zauberwelt von Dr. Seuss mit Hilfe moderner Tricktechnik zum Leben zu erwecken. Für Jim Carrey, dessen unverwechselbare Mimik sogar durch die Gummi-Maske plastisch zum Ausdruck kommt, erweist sich "Der Grinch" als eine echte Paraderolle. Und wie es sich im politisch-korrekten Hollywood-Kino gehört, transportiert der Film zwischen den überzogenen Slapstick-Einlagen natürlich auch eine Botschaft, indem er die Frage nach der wirklichen Bedeutung des Weihnachtsfestes aufwirft. In den USA trifft der Film damit voll den Geschmack des Publikums. Bereits am Eröffnungstag spielte "Der Grinch" umgerechnet 34 Millionen Mark an den amerikanischen Kinokassen ein.

    Birgit Heidsiek, dpa

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