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  • Kritik: Beziehungskomödie ums runde Leder

    Es ist die klassische Geschichte, passend zum WM- Jahr: Die Männer lieben Fußball, die Frauen eher nicht. Die Männer schlafen in Effenberg-Bettbezügen und verbringen ihre Wochenenden auf dem Platz.

    Die Frauen waschen Effenberg-Bettbezüge und sehen ihren Männern beim Kicken zu. Die Dinge gehen ihren Gang, bis der Verein Eintracht Imma 95 vor dem Abstieg steht. Und bis die Frauen ihre Männer mit eigenen Mitteln schlagen wollen. Streckenweise amüsant und durchaus unterhaltsam erzählt die gut besetzte Komödie «FC Venus - Angriff ist die beste Verteidigung» vom Kampf der Geschlechter, von Vertrauen und Liebe.

    Für Regisseurin Ute Wieland ist «FC Venus» der «ultimative Film zur Fußballweltmeisterschaft». «Ich sehe FC Venus in der Tradition der englischen Komödie wie "Ganz oder gar nicht" - als Ensemble-Film um Liebe und Freundschaft und romantische Komödie.» Paul (Christian Ulmen), cleaner Fußball-Junkie, der mittlerweile in Berlin lebt, wird von seinem Freund Steffen (Florian Lukas) an sein Versprechen erinnert, der Mannschaft in der Not beizustehen. Dumm nur, dass dessen Freundin Anna (Nora Tschirner) Fußball hasst. Paul schafft es, Anna zum Umzug in die Provinz zu überreden. Der Film spielt mit Klischees: Die Männer fachsimpeln über Torschützenkönige längst vergangener WM-Turniere - Paul glänzt mit Fachwissen - die Damen sitzen genervt an der Seitenlinie.

    Anna kann nicht glauben, dass sich die «Spielerfrauen» das bieten lassen. Eine Wette soll die Entscheidung bringen: Gewinnen die Frauen ein Fußballspiel gegen ihre Männer, müssen diese ihrer Leidenschaft abschwören. In der Vereinskneipe feiern die Herren ihren sicher geglaubten Sieg - «elf Hausfrauen müsst Ihr sein». Doch die Damen geben nicht auf, gründen den Verein «FC Venus», verpflichten die Profi-Torhüterin Kim (Anneke Kim Sarnau) und engagieren den internationalen Spitzencoach Laurenz Schmidt (Heinz Hoenig).

    Köstlich ist die Szene, als Paul seinem Traineridol begegnet. Erst jetzt erfährt er, dass dieser Annas Vater ist und deren Abneigung gegen Fußball verursacht hat. Paul kann nicht mehr schlafen, weil er sich schon in der Bundesliga sieht («Bin ich mit 29 nicht zu alt, um Profi zu werden?»). Unermüdlich trainieren die Frauen, während das Selbstbewusstsein ihrer Gegner schwindet. Nach einem raschen und gelungenem Einstieg verliert der Film in dieser Phase allerdings streckenweise das Tempo, die Zuspitzung auf «die Mutter aller Schlachten» hätte straffer sein können. Die Rollen verkehren sich: Jetzt überziehen die Damen ihre Männer mit Häme.

    Am Tag der Entscheidung scheint zunächst alles nach einem sicheren Sieg der Männer auszusehen. Beide Mannschaften kämpfen mit harten Bandagen. Paul und Anna gehen im Streit auseinander, doch schließlich erkennen sie, dass sie zusammengehören; auch Startrainer und Tochter kommen sich wieder näher. Die Partie zwischen den Geschlechtern geht in die Verlängerung, denn wie lautet eine Fußball-Weisheit: nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

    dpa

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