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  • Kritik: Bewegend und komisch zugleich

    Wenn Carla und Danny sich vor dem Altar das Ja-Wort geben, findet ein außergewöhnliches Paar sein langersehntes Liebesglück. Die romantische Geschichte ist auf den ersten Blick alt: Zwei junge Menschen verlieben sich, die Eltern sind gegen die Beziehung, das Paar trennt sich, und am Ende sind trotz aller Hindernisse die Beteiligten glücklich vereint. Was wie ein klassisches Märchen angelegt ist, entpuppt sich als engagierter Film über ein gesellschaftliches Tabu - denn Carla und Danny sind geistig behindert.

    In der bittersüßen Romanze kämpfen die beiden Liebenden um Freiheiten, die für alle anderen selbstverständlich sind. "Es geht um die Freiheit zu lieben und um das Risiko, dabei einen Fehler zu machen", sagt Hauptdarstellerin Juliette Lewis, die vor allem durch den umstrittenen Film "Natural Born Killers" bekannt geworden ist. Sie spielt die schwierige Figur der Carla so einfühlsam, glaubwürdig und charmant, dass der Liebesfilm "Ganz normal verliebt" über seine Gesellschaftskritik hinaus zu einer gelungenen Komödie wird.

    In der Story kehrt Carla nach zehn Jahren Aufenthalt in einem Internat für geistig zurückgebliebene Kinder zu ihren Eltern zurück. Ihre ambitionierten Zukunftsträume nach dem Schulabschluss werden aber von der überbesorgten Mutter (Oscar-Preisträgerin Diane Keaton) gebremst, die sich mit aller Macht gegen die Selbstständigkeit ihrer Tochter stemmt. Nach einem heftigen Familienstreit darf Carla schließlich in eine eigene Wohnung ziehen und aufs College gehen, wo sie sich prompt in den ebenfalls behinderten Danny (Giovanni Ribisi) verliebt.

    "Ich versuche, immer einen neuen Blickwinkel für eine Liebesgeschichte zu finden", erklärt Regisseur Marshall, der 1989 mit seiner Romanze "Pretty Woman" eine der weltweit erfolgreichsten Disney-Produktionen in die Kinos brachte. Diesmal erzählt der US- Amerikaner, wie Eltern mit der Behinderung eines Kindes fertig werden: "Sie haben nichts falsch gemacht, um in diese Situation zu kommen", sagt er. "Es ist einfach so, und sie müssen damit umgehen."

    Lewis hat sich für ihre Rolle in verschiedenen Behindertenschulen gründlich vorbereitet. "Geistig behinderte Menschen ähneln oft Kindern, weil ihnen nicht erlaubt wurde, sich voll zu entwickeln", sagt die Schauspielerin in einem dpa-Gespräch. Zugleich seien sie aber sehr erwachsen, weil sie wie alle anderen Gefühle hätten. "Die Aussage des Film ist es ja, dass viele dieser Menschen ihr unabhängiges Leben führen wollen und sollen", erklärt die 25-jährige.

    Carlas Reifeprozess mit ihren ersten sexuellen Erfahrungen, ihrem ersten Liebeskummer und schließlich ihrer tiefen Beziehung zu Danny ist bewegend und komisch zugleich. Den Kinobesuchern werden alle Emotionen abverlangt. Ab dem 5. August können die Zuschauer auch in Deutschland mit Carla und Danny lieben und leiden.

    Christoph Meyer, dpa

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