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  • Kritik: Besser als das Original

    2002 war mit "Men in Black", "Herr der Ringe" und "Harry Potter" das Jahr der Fortsetzungen. Das neue deutsche Kinojahr beginnt durch "Anatomie 2" ebenfalls mit einem "Aufguss". Doch der schlechte Ruf, der jedem Sequel anhaftet - keine Fortsetzung ist so gut wie das Original - ist in diesem Fall unbegründet.

    "Anatomie 2" mit dem bezeichnenden Untertitel "Regeln sind für Schwache" ist mehr als eine Neuauflage eines der größten Kinoerfolge des Jahres 2000. Der zweite Teil ist ein eigenständiger Film mit ganz neuer Horrorvision.

    In "Anatomie 2" kehren die Grusel-Götter in Weiß zurück: brutaler, gnadenloser und mörderischer als zuvor. Im Mittelpunkt steht erneut die Geheimloge der Antihippokraten, eine Gruppe experimentierfreudiger Mediziner, die sich über alle Regeln hinwegsetzen. Wer beim Horror des Teeniefilms "Anatomie" noch müde lächelte, dem gefriert nun das Blut. "Anatomie 2" ist genauso blutig, aber schneller, härter und sehr, sehr böse.

    Szenen wie im Musikvideoclip

    Dem österreichischen Filmemacher Stefan Ruzowitzky, der von einer Fortsetzung zunächst nicht wissen wollte, ist es gelungen, mit aufwändigen Special-Effects, spannenden Elementen und beeindruckenden Bildern einen gelungenen Thriller zu inszenieren. Ruzowitzky war bereits im ersten Teil für Drehbuch und Regie verantwortlich. Einige Szenen hat er mit so viel Tempo gedreht, dass sie an einen Musikvideoclip erinnern.

    Zu einem Höhepunkt wird der Film durch die Schauspielerleistungen. Neben Heike Makatsch und weiteren Gesichtern des jungen deutschen Films wie Roman Knizka, Wotan Wilke Möhring und Frank Giering besticht vor allem der Hauptdarsteller Barnaby Metschurat als junger Arzt Jo Hauser. Überzeugend mimt er, wie Jo voller Hoffnung in einer Berliner Klinik das Praxisjahr anfängt und in den Bannkreis des skrupellosen Professors Charles Müller-LaRousse gerät.

    Franka Potente in einer Gastrolle

    Müller-LaRousse und seine treu ergebenen Anhänger entwickeln künstliche Muskeln, die nicht nur die menschlichen Muskelstränge ersetzen können, sondern deren Leistung um ein Vielfaches übertreffen. Für ihre Experimente gehen sie allerdings über Leichen. In der Rolle des fiesen Professors überzeugt Herbert Knaup.

    Einige Zuschauer werden sicherlich die Stars des ersten Teils, Franka Potente und Benno Führmann, vermissen. Potente tritt, wie Drew Barrymore in "Scream 2", nunmehr in einer Gastrolle auf und fungiert als "roter Faden" zwischen den beiden Filmen. Weitere Gastrollen sind mit August Diehl und Rosel Zech erstklassig besetzt.

    "Aller guten Filme sind drei, vier oder fünf"

    Getreu dem Motto "Aller guten Filme sind drei, vier oder fünf" schließt Produzent Jakob Clausen eine weitere Fortsetzung nicht aus. Auch Hauptdarsteller Metschurat ist dazu bereit: "Wenn's Sinn macht, wäre ich sofort wieder dabei." Nur Regisseur Ruzowitzky wendet ein "Niemals!" ein - doch das hat er vor dem zweiten Teil auch gesagt.

    Ines Treffler, ddp

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