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  • Kritik: BeinaheRoadMovie mit Orlando Bloom

    Über den Film «Elizabethtown» mit Orlando Bloom in der Hauptrolle können sich vor allem die Einwohner der gleichnamigen Stadt in Kentucky, USA, freuen. In diese Provinz hätte es ohne Regisseur und Drehbuchautor Cameron Crowe wohl kaum eine Hollywood-Crew verschlagen.

    Hier spielt sie, die Geschichte des geschassten Sportschuh-Erfinders Drew Baylor, der seinen toten Vater aus Elizabethtown nach Hause holen soll. Auf dieser beklemmend langen Filmreise findet er zu sich selbst und einer großen Liebe: Claire, erfrischend dargestellt von Kirsten Dunst («Spider Man»).

    Mehr als zwei Stunden dauert dieser Streifen, der ein wunderbares Road-Movie hätte werden können. Aber der Zuschauer wartet vergeblich darauf, dass die Filmhandlung in die Gänge kommt. 57 Millionen US- Dollar kostete diese eigenwillige Mischung aus Drama, Komödie und Romanze.

    «Elizabethtown» will vor allem mit Namen punkten. So sekundieren dem schmucken Engländer Bloom, der bisher als Elf Legolas in «Herr der Ringe» und in dem Piraten-Märchen «Fluch der Karibik» wenig zu sagen hatte, etwa Star-Veteranen wie Susan Sarandon und Alec Baldwin. Doch allein auf Bloom lastet diese kaum fassbare Handlung, die dahin plätschert.

    Drew entwirft einen Schuh der Superlative. Doch dieser Treter entwickelt sich zu einem Verkaufsfiasko, lässt eine ganze Jogger- Generation wieder auf Barfuß umsteigen und Drew zum Messer greifen. Als der verzweifelte Drew sein Leben beenden will, erreicht ihn die Nachricht vom Tod seines Vaters. Drew fliegt nach Kentucky, trifft im Flugzeug, in dem er fast allein sitzt, auf Stewardess Claire. Zunächst ist sie ihm lästig. Aber schon wenig später ruft er sie an und hängt mit ihr am Telefon - stundenlang.

    Jeder ist weniger mysteriös als er von sich denkt, sagt Claire ihrem Drew, der sich tagsüber mit Freunden und Verwandten an seinen Vater - mit vielen Rückblenden - erinnert und abends im Hotel Zerstreuung sucht. Die Gespräche kreisen etwa darum, ob sich Menschen mit gleichen Vornamen ähnlich sind und ob eine Beerdigung besser ist als Einäscherung. Und an irgendeiner Stelle erzählt Drew ihr auch vom Scheitern mit seinem Schuh. In wenigen Tagen wird ein angesehenes Wirtschaftsmagazin darüber berichten und ihn zum Verlierer des Jahres ausrufen. Es liegt auf der Hand, dass große Liebe, ob der Zuschauer den beiden das abnimmt oder nicht, darüber hinwegsieht.

    Und auch der 48 Jahre alte Autor Crowe («Jerry Maguire», «Vanilla Sky», «Almost Famous») schenkt dem Schuh-Fiasko, mit dem die Geschichte anfängt, später kaum noch Aufmerksamkeit. Dass «Elizabethtown» wie eine lose Aneinanderreihung teils schöner Ideen und dramatisch ohne Halt wirkt, mag auch an Crowes Kürzungen liegen. Nach einer zurückhaltenden Aufnahme auf dem Filmfestival in Toronto schnitt er Passagen aus dem Film. Der hat dann auch ein sehr langes Ende: Zunächst die prunkvolle Gedenkfeier für Drews Vater. Im Showprogramm der Trauerfeier läuft Sarandon als Drews Mutter zu komödiantischer Höchstform auf. Tatsächlich zu Ende ist Crowes neues Werk aber erst nach einem für den Zuschauer unerwartet noch folgenden Road-Trip, auf dem Drew Tränen der Trauer weint, viel wunderbare von Claire zusammengestellte Musik hört, die Asche seines Vaters verstreut und Claire gewinnt.

    dpa

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