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  • Kritik: Bei Anruf Todesgefahr

    Hektisch eilt ein New Yorker Edel-Presseagent durch Manhattan. Über zwei Handys telefoniert er gleichzeitig mit verschiedenen Redakteuren und spielt mit Lügen, Drohungen und Schmeicheleien Zeitschriften gegeneinander aus. Nachdem er seinen Assistenten fort geschickt hat, ruft er aus einer der letzten verbliebenen Telefonzellen seine Geliebte an. Nach dem Gespräch klingelt das Telefon und er greift instinktiv zum Hörer.

    In seinem nervenaufreibenden New York-Thriller "Nicht auflegen" lockt der amerikanische Regisseur Joel Schumacher ("Batman Forever", "Falling Down", "Der Klient") seinen Protagonistenm gespielt von Shootingstar Colin Farrell, in eine tödliche Falle.

    Sofern er den Hörer auflegt, droht der anonyme Anrufer, wird er ihn aus einem benachbarten Hochhaus mit einem Präzisionsgewehr erschießen. "Viele Drehbücher in Hollywood wirken wie Wiederholungen", sagt der Regisseur. "Doch bei diesem Skript wusste ich, dass ich solch einen Film noch nie gesehen habe."

    Telefonzelle ist gleichzeitig gläserner Sarg, Gefängnis und Beichtstuhl

    Zunächst hält der resolute New Yorker den Telefon-Terror für einen albernen Scherz. Doch der unbekannte Anrufer (Kiefer Sutherland) weiß, dass er regelmäßig diese Telefonzelle aufsucht, da seine Frau (Radha Mitchell) die Handy-Rechnungen kontrolliert. Mit zynischer Stimme verlangt er von ihm, dass er seine Lügen und Sünden der Öffentlichkeit preisgibt. Als ein paar Prostituierte lautstark gegen dieses Dauergespräch in der öffentlichen Telefonzelle protestieren und ihren Zuhälter zu Hilfe holen, wird dieser von dem Erpresser auf offener Straße erschossen.

    Mit Blaulicht fährt ein Einsatzkommando der Polizei vor, um den vermeintlichen Killer zu verhaften. Alarmiert von den Sensations-lüsternen Fernseh-Teams, die dieses Ereignis live übertragen, geraten sowohl seine Frau als auch seine Geliebte (Katie Holmes) mitten in die Schusslinie. "Die Telefonzelle erwies sich als ein großartiges kinematographisches Element, da sie als gläserner Sarg, Gefängnis und Beichtstuhl zugleich fungiert", schwärmt Schumacher. "Obwohl Farrell kein echtes Geständnis ablegt, steht er emotional plötzlich völlig nackt da. Das ist nicht religiös, sondern eher eine Katharsis im Sinne des Theaters."

    Bilder in ausgefallener Ästhetik

    Mit "Nicht auflegen" liefert Schumacher einen rasant erzählten, visuell innovativen Thriller, der durch den Einsatz von vier Kameras einen fast dokumentarischen Charakter aufweist. Über verschiedene Split-Screens, welche die Ereignisse hautnah aus unterschiedlichen Perspektiven zeigen, wird der Zuschauer unmittelbar in das Geschehen einbezogen. Der hochmoderne Stil und die ausgefallene Ästhetik dieses Films wirken jedoch nicht künstlich inszeniert, sondern sind inhaltlich durch die Story vorgegeben. "Wenn in den USA ein größeres Verbrechen passiert, stürzen sich sofort verschiedene Fernseh-Crews darauf, um es live zu übertragen", resümiert der Regisseur.

    Birgit Heidsiek, dpa

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