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  • Kritik: Beachtliches Kinodebüt von Thorsten Schmidt:

    Besinnlichkeit ist angesagt vor Weihnachten und zwischen den Jahren, auch in den Kinos. In Hollywood sind Melodramen für just diesen Zeitpunkt schon lange Routine. Meist nach dem gleichen Schema: Die Bösen werden bestraft (nicht zu hart), die Liebenden dürfen zusammen bleiben (wonach es am Anfang natürlich überhaupt nicht aussah), und damit die Spannung nicht ganz verloren geht, bleibt ein klein bisschen auch noch offen (das Zugeständnis an den aufgeklärten Zuschauer).

    Thorsten Schmidt drehte jetzt eine deutsche Version dieser Jahreswende-Märchen, und mit "Schnee in der Neujahrsnacht", ab 16. Dezember auf der Leinwand, gelingt ihm ein beachtliches Kinodebüt.

    Dabei lassen die "klassischen" Zutaten zunächst nichts Gutes ahnen: Stimmungsgeladene Neujahrsnacht in Berlin und ein Radiomoderator, der Schicksal spielt und mit bedeutungsschwangerer Stimme Lebenshilfe und Alltagsphilosophie von sich gibt. Doch gekonnt spielt Schmidt mit diesen Klischees. Durch überraschende Wendung und eine Vielzahl von oft herrlich skurrilen Pointen schifft er haarscharf an den Klippen falscher Sentimentalität vorbei, spannend ist es noch dazu.

    Das liegt sicher auch am gezügelten Spiel der Schauspieler: Hannes Jaenicke als Dampfplauderer Zippo, Jürgen Tarrach als sensibler Busfahrer, schließlich Tamara Simunovic als junge Russin, die in Berlin gestrandet ist. Nicht zu vergessen: Barbara Rudnik, die untreue Ehefrau von Rory, dazu eine überaus schräge Rolle für Eric Burdon, den einstigen Chef der legendären "Animals".

    Ach ja, die Handlung: Nur noch 719 Minuten sind es bis zur Jahrtausendwende. Die Nacht "der kleinen Wunder" hat begonnen, philosophiert Zippo. Toto und Frank werden aus dem Knast entlassen. Doch während Franz sich wieder in Drogengeschäfte mit "Schnee" einlässt, versucht Toto sein Geld auf ehrliche Art als Busfahrer zu erdienen. Das geht gut, - bis sich die schwangere Tamara vor seinen Doppeldecker wirft. Sie ist aus Moskau gekommen, um in Berlin den Vater ihres Kindes zu suchen; der deutsche Geschäftsmann aber will nichts mehr von ihr wissen. Nun nehmen Liebe und Unheil ihren Lauf, verflechten sich, lösen sich auf. Und wer will, darf Tränen der Rührung über die Backe fließen lassen.

    Jürgen Schön, AP

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