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  • Kritik: "Bastard": Til Schweiger in einer außergewöhnlichen Rolle

    Stuttgart (AP) Anfang der 90er Jahre rückten die unsäglichen Zustände in rumänischen Waisenhäusern in den Blickpunkt der Weltöffentlichkeit. Die Bilder der dahinvegetierenden Kinder gingen um die Welt. Mit diesem Thema befaßt sich auch der Kinofilm "Bastard", in dem Til Schweiger die Hauptrolle des britischen Strafgefangenen Gerry Brutecki spielt. Der Häftling wird in die Ödnis der rumänischen Provinz verfrachtet. In einem heruntergewirtschafteten Waisenhaus mit schwergeschädigten Kindern soll er zwecks Resozialisierung Handwerksarbeiten ausführen.

    Das Haus für die elternlosen Kinder ist der falsche Ort zum Träumen. Die Kleinen werden zur Adoption an reiche Ausländer verkauft, Medikamente werden verschoben. Hilfsgelder aus dem Westen verschwinden in dunklen Kanälen. Die gute Seele des Heims ist die Krankenschwester Mara (Polly Walker). Mit ihr geht Brutecki bald nach seiner Ankunft eine Liebesbeziehung ein. Die Kinder stehen dem Fremden anfangs feindlich gegenüber, sehen ihn aber bald als einen Freund, der für sie den Traum von einem besseren Leben im Westen verkörpert.

    Die Geschichte von dem sozial auffälligen Straftäter, der durch seinen Arbeitseinsatz im Krankenhaus wieder in die Gesellschaft eingegliedert werden soll, wirkt wenig glaubwürdig. Auch wenn Brute zunächst einfach nur fort will, die Kinder ihn aber als den vermeintlichen Retter ansehen und ihn vom kühnen Egoisten zum Mann der Tat werden lassen, wirkt die Geschichte um das Schicksal der Waisenkinder am Schreibtisch konstruiert.

    Einer der besonders verlogenen Momente von "Bastard" ist, als sich die herzkranke zwölfjährige Zigeunerin Elena in den Helden verliebt. Eigens für ihre Herzklappen-Operation werden einem kleinen Junge die Haare blond gefärbt, und er wird in den Westen verkauft, natürlich mit Rückgaberecht. So soll Geld für die Operation eingetrieben werden. Der Schwindel mit den gefärbten Haaren fliegt auf, der Junge wird zurückgebracht. Der aus Ungarn stammende, alkoholsüchtige Doktor Babits (John Hurt), versucht daraufhin, mit primitiven Mitteln fast ohne medizinische Apparate das kleine Mädchen zu retten.

    Die internationale Koproduktion unter der Regie des Polen Maciej Dejczer sollte ursprünglich vor Ort in Rumänien gedreht werden. Doch die zuständigen Behörden verboten dies wegen des zeitkritischen Stoffs. So wurde ausschießlich in Polen gedreht. Die Rollen der Mädchen und Jungen wurden von rumänischen Kindern synchronisiert.

    Von AP-Korrespondent Oliver Schmale

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