40.000
  • Startseite
  • » Kritik: Basinger und Bridges in Bestform
  • Kritik: Basinger und Bridges in Bestform

    Die Romane von John Irving waren immer schon der Stoff, aus dem auch gute Filme wurden. «The Door in The Floor - Die Tür der Versuchung» klingt vom Titel her zunächst gar nicht nach Irving - und ist vielleicht die beste Adaption eines seiner Bücher überhaupt.

    Kim Basinger und Jeff Bridges brillieren in reifer Bestform in diesem tragikomischen Drama über die dunkelsten Winkel und hellsten Flecken der Liebe, das sich nur auf den ersten Teil des Bestsellers «Witwe für ein Jahr» stützt. Trauer, Schmerz, Sex und Liebe und sind die Zutaten der Story, die auch ohne Kenntnis des Buches hervorragend funktioniert. Kim Basinger (50) und Jeff Bridges (54) sind als Ehepaar im Sturzflug aus familiären Bindungen eine Traumbesetzung.

    Das Drehbuch hat Regisseur Tod Williams zusammen mit Irving verfasst. Der Schriftsteller Ted Cole, der mit dem Kinderbuch «The Door in The Floor» (Die Tür im Fußboden) berühmt wurde, lebt mit seiner Frau Marion und der kleinen Tochter Ruth in einem wunderbaren Haus am Meer. Doch es wohnt kein Glück unter dem Dach. In einem traurigen täglichen Ritual betrachtet Ruth die Fotos ihrer Brüder im Flur. Die beiden Jungen sind seit Jahren tot, gestorben vor den Augen ihrer Eltern bei einem grotesken Verkehrsunfall.

    Ted, der extrovertierte Künstler, hat sich irgendwie mit dem Verlust abgefunden. Sein Leben soll weitergehen, er will kreativ sein, schreiben, zeichnen, genießen, Frauen verführen. Seine Frau Marion kann ihm das nicht verzeihen. Sie ist umhüllt von Schmerz, erstarrt in Depression und kann sich nicht einmal um die kleine Tochter kümmern. In diese Situation hinein kommt der 16-jährige Eddie als Ferienassistent von Ted, der seinen Chef zwar bewundert - aber in heftiger Liebe zu dessen untröstlicher Frau entbrennt.

    Nie war Basingers klare blonde Schönheit zerbrechlicher. Selbst in den heikelsten Liebesszenen mit dem Teenager Eddie kommt keine Sekunde lang ein Zweifel an ihrer strahlenden Würde auf. Und Jeff Bridges hätte nach vier Oscar-Nominierungen den Preis nun wirklich endlich verdient: Er hat keine Angst vor lächerlichen Macho- Attitüden. Humorvoll, selbstironisch und sexy gibt er den narzisstischen Mann zwischen Lebenskraft, Zärtlichkeit und purer Idiotie.

    Schade, dass die Geschichte nicht wirklich gut ausgehen kann. Wer nach diesem erwachsenen, schönen Film mehr über Eddie und Ruthies Reise durch das verwirrende Leben erfahren will, muss momentan noch einmal zum Buch greifen. Eine Fortsetzung ist vorerst nicht geplant.

    dpa

    epaper-startseite
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    Das Wetter in der Region
    Sonntag

    -5°C - 4°C
    Montag

    -2°C - 4°C
    Dienstag

    0°C - 4°C
    Mittwoch

    3°C - 6°C
    Anzeige
    UMFRAGE
    Thema
    Umfrage: Feiertagsruhe

    Ist es noch zeitgemäß, an etlichen Feiertagen Musik-, Sport- und Tanzveranstaltungen zu verbieten?

    Rhein-Zeitung bei Facebook
    Rhein-Zeitung bei Twitter
    Anzeige
    Event-Kalender
    Veranstaltungstipps

    Sie haben einen Veranstaltungstipp für uns? Hier geht's zum Formular!